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Antiquitäten Wien

Design des 20. Jahrhunderts im 5. Bezirk, 1050 Wien

Fünfzigerjahre-Design aus den Gemeindebauten in Margareten

Am Margaretengürtel steht die „Ringstraße des Proletariats“: Gemeindebauten der 1920er- und 1950er-Jahre, in denen Mobiliar der Aktion Soziale Wohnkultur oft Jahrzehnte überdauert.

In vielen Wohnungen zwischen Reinprechtsdorfer Straße und Margaretengürtel ist die Einrichtung so alt wie der Mietvertrag. Gemeindebauten der 1920er-Jahre und die Lückenbauten der Fünfziger, erkennbar an Sgraffiti und Mosaiken zum Wiederaufbau, wurden häufig mit SW-Möbeln der Aktion Soziale Wohnkultur ausgestattet: schlichte Kästen, Kredenzen, Sitzgarnituren mit klaren Formen. Dazu kommen Geschirr von Lilien Porzellan, Pressglas und Tischradios, die in Kellerabteilen oder im Kabinett überdauert haben.

Margarete Schütte-Lihotzky, die 1926 die Frankfurter Küche entwarf, lebte lange in der Franzensgasse 16; die Wohnung ist heute Gedenkraum des nach ihr benannten Zentrums. Von Hubert Gessner stammen der Reumannhof (1924–1926) und, mit seinem Bruder Franz geplant, an der Rechten Wienzeile 97 das Vorwärts-Haus; Otto Prutscher baute 1925 den Heinehof in der Stöbergasse. Für die Nachkriegsmoderne stehen das Matzleinsdorfer Hochhaus und der Eiselsberg-Hof in der Siebenbrunnengasse, den Otto Schönthal 1950 mit Leo Kammel errichtete.

SW-Möbel tragen selten Etiketten; Bauart, Beschläge und Furnier verraten sie dennoch. Fotografieren Sie daher Rückwände und Schubladen, bevor wir zur kostenlosen Besichtigung kommen. In den Gemeindebauten am Gürtel gehört das Kellerabteil zum Termin, denn dort lagern oft Sessel und Leuchten aus der Erstausstattung. Weil viele Dachböden der Gründerzeithäuser inzwischen ausgebaut sind, hat sich der Altbestand in Keller und Kabinette verlagert.

Was in Margareten häufig auftaucht

  • SW-Möbel der Aktion Soziale Wohnkultur – Erstausstattung vieler Gemeindewohnungen der 1950er-Jahre
  • Geschirr von Lilien Porzellan – Alltagsdesign der 1950er- bis 1970er-Jahre in Altmieterhaushalten
  • Tischradios und Plattenspieler – Geräte aus Wiener Produktion und Import in langjährig bewohnten Wohnungen

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 5. Bezirk.

Künstler

72

Manufakturen & Marken

65

Epochen & Stile

29

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Design des 20. Jahrhunderts

Ist mein Sessel ein Original oder eine Kopie?

Hinweise geben Etiketten, Stempel und Prägungen des Herstellers, Konstruktionsdetails und Materialien. Kopien ohne Lizenz haben oft abweichende Maße und einfachere Verarbeitung. Fotos von Unterseite und Gestell helfen bei der Ersteinschätzung.

Sind Neuauflagen von Vitra oder Wittmann auch interessant?

Ja, wenn sie gut erhalten sind, denn lizenzierte Neuauflagen haben einen eigenen Gebrauchtmarkt. Sie werden jedoch anders bewertet als Stücke aus der ersten Produktionszeit.

Soll ich einen abgenutzten Bezug erneuern lassen?

Nein, zumindest nicht vor der Besichtigung. Originale Bezüge sind für Sammler wichtig, auch mit Gebrauchsspuren. Eine Neupolsterung kann den Wert mindern, wenn sie nicht dem Original entspricht.

Kaufen Sie auch Leuchten von Kalmar ohne Typenschild?

Ja. Etiketten und Plaketten von Kalmar sind oft verloren, die Zuordnung erfolgt dann über Modell, Materialien und Kataloge. Vollständige Schirme und originale Fassungen sind für die Bewertung wichtig.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.