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Jugendstil & Wiener Werkstätte im 8. Bezirk, 1080 Wien

Jugendstil in der Josefstadt: Klimts Atelier und Biedermeier-Erbe

Im Hof der Josefstädter Straße 21 malte Klimt ab 1892. Biedermeierhäuser mit Kachelöfen und Kastenfenstern bestimmen, was in Josefstädter Wohnungen aus der Zeit um 1900 erhalten ist.

Zwei- und dreigeschoßige Biedermeierhäuser bestimmen Lange Gasse, Piaristengasse und Lenaugasse, die Gründerzeit ergänzte vier- bis fünfgeschoßige Zinshäuser. Viele Wohnungen haben drei bis fünf Zimmer, original erhaltene Kastenfenster, Doppelflügeltüren und Parkett – Maße, die Kästen und Vitrinen begrenzen. Was um 1900 hinzukam, war deshalb selten ein ganzes Zimmer der Wiener Moderne, eher einzelne Stücke: eine Jardiniere, eine Vase von Loetz, ein Silberbecher, Hefte von Ver Sacrum in einer Bibliothek, die über Generationen gewachsen ist.

Das Hofatelier in der Josefstädter Straße 21 nutzte Gustav Klimt ab 1892. Wenige Gassen weiter, in der Neustiftgasse im Nachbarbezirk Neubau, entstanden ab 1903 die Objekte der Wiener Werkstätte. Deren Entwerfer bezogen sich bewusst auf die schlichten Formen des Biedermeier, die der Bezirk in Bürgerhäusern und Möbeln bewahrt. Wer in einer Josefstädter Wohnung einen Biedermeierkasten neben einem Hoffmann-Sessel stehen hat, besitzt also zwei Stücke derselben Linie, getrennt durch rund achtzig Jahre.

Bibliotheken bitte nicht im Ganzen weggeben, bevor wir sie durchgesehen haben: Ver Sacrum, Secessionskataloge und Bücher mit Einbänden der Wiener Werkstätte stehen oft unauffällig zwischen Romanen. In den Biedermeierhäusern ohne Lift tragen wir Möbel über schmale Stiegen; ein Foto des Stiegenhauses hilft bei der Planung. Grafik und Postkarten in Mappen fotografieren Sie am besten bei Tageslicht am Fenster, ohne sie aus Passepartouts zu lösen.

Was in Josefstadt häufig auftaucht

  • Ver Sacrum, Secessionskataloge und Einbände der Wiener Werkstätte – gewachsene Bibliotheken bei Universität und Theater
  • Einzelstücke aus Glas und Silber um 1900 – Vitrinen in Altbauwohnungen mit Kastenfenstern
  • Künstlerpostkarten und Grafik der Wiener Moderne – Grafiksammlungen bürgerlicher Haushalte

Mit Bezug zu Josefstadt

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 8. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 8. Bezirk.

Künstler

64

Manufakturen & Marken

52

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

26

Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte

Ich habe eine komplette Jugendstileinrichtung – wie gehen Sie vor?

Zuerst werden Fotos der Möbel, Marken und Beschläge gesichtet, danach folgt eine Besichtigung vor Ort. Einrichtungen werden möglichst geschlossen bewertet, weil die Zusammengehörigkeit den Wert stützt. Die Abholung wird gemeinsam geplant.

Mein Objekt hat eine WW-Marke – ist es damit echt?

Nicht zwingend. Marken der Wiener Werkstätte wurden häufig gefälscht und nachträglich eingeschlagen. Entscheidend sind Material, Verarbeitung, Proportionen und der Vergleich mit dokumentierten Modellen im Archiv.

Was ist Gitterwerk?

Gitterwerk sind Körbe, Vasen, Jardinieren und Tafelaufsätze aus durchbrochenem Eisenblech mit quadratischem Lochmuster, meist weiß lackiert, seltener aus Silber. Josef Hoffmann und Koloman Moser entwarfen sie ab etwa 1904 für die Wiener Werkstätte.

Welche Postkarten der Wiener Werkstätte sind gesucht?

Gesucht sind Karten bekannter Künstler wie Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Rudolf Kalvach oder Moriz Jung, ungelaufene Karten in gutem Zustand und seltene Nummern. Die Nummer auf der Rückseite erlaubt die Bestimmung von Serie und Entwerfer.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.