Jugendstil & Wiener Werkstätte im 13. Bezirk, 1130 Wien
Wiener Werkstätte in Hietzinger Villen: Hoffmann, Klimt, Schiele
Villa Skywa-Primavesi, Klimts letztes Atelier, Schieles Atelier an der Hietzinger Hauptstraße und die Werkbundsiedlung: Hietzinger Häuser waren Auftraggeber der Moderne.
Nach der Eröffnung der Stadtbahn 1898 wuchsen Villenviertel in Ober St. Veit sowie rund um Wenzgasse und Gloriettegasse. Oft blieb ein Haus über Generationen in einer Familie, weshalb eine Verlassenschaft meist Dachboden, Keller, Gartenhaus und Garage mit Möbeln mehrerer Epochen einschließt. Für Industrielle und Bildungsbürgertum, viele davon jüdischer Herkunft, bauten und malten hier Hoffmann, Loos, Frank, Klimt und Schiele. Nach 1938 wurden zahlreiche Villen enteignet, Einrichtungen und Sammlungen zerstreut. Mit Hietzinger Beständen befasst sich die Provenienzforschung bis heute.
Hoffmanns Villa Skywa-Primavesi von 1913–1915 steht in der Gloriettegasse, in der Werkbundsiedlung von 1932 ist er mit Häusern vertreten; Ernst Lichtblau 1913 die Villa Filek in der Linzackergasse 9. Für den Kaiser baute Otto Wagner 1899 den Hofpavillon als eigene Stadtbahnstation. Klimts letztes Atelier lag ab 1911/12 in der Feldmühlgasse 11, jenes Egon Schieles von 1912 bis 1918 an der Hietzinger Hauptstraße 101. Auf dem Hietzinger Friedhof sind Koloman Moser, Gustav Klimt und Otto Wagner begraben. Der Japanische Garten in Schönbrunn, um 1913 angelegt, gehört in dieselben Jahre.
Ob ein Stück der Wiener Moderne in den Jahren 1938 bis 1945 seinen Eigentümer gewechselt hat, prüfen wir vor dem Ankauf; Rechnungen, Inventare und Rückstellungsakten legen Sie bitte dazu. Einbaumöbel in Villen können Teil eines denkmalgeschützten Hauses sein – das klären wir, bevor etwas abgebaut wird. Gartenmöbel aus Bugholz oder Eisen sehen wir uns bei der Besichtigung ebenfalls an.
Was in Hietzing häufig auftaucht
- Möbel und Metallarbeiten der Wiener Werkstätte – Villen Josef Hoffmanns und ihre Auftraggeber im Bezirk
- Glas und Tafelsilber von J. & L. Lobmeyr und der Wiener Werkstätte – großbürgerliche Villenhaushalte
- Gartenmöbel aus Bugholz und Eisen – Villengärten und Pavillons in Alt-Hietzing und Ober St. Veit
- Entwurfszeichnungen und Werkfotos – Haushalte von Architekten und Auftraggebern der Werkbundsiedlung
Mit Bezug zu Hietzing
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 13. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Josef Hoffmann
Haus Skywa-Primavesi in der Gloriettegasse (1913–1915) und Häuser der Werkbundsiedlung (1932).
Koloman Moser
Liegt im Hietzinger Friedhof, unweit der Gräber von Klimt und Otto Wagner.
Otto Wagner
Hofpavillon der Stadtbahn bei Schönbrunn (1899).
Ernst Lichtblau
Villa Filek in der Linzackergasse 9 (1913) und Doppelhaus der Werkbundsiedlung (1932).
Gustav Klimt
Letztes Atelier in der Feldmühlgasse 11 ab 1911/12; Grab auf dem Hietzinger Friedhof.
Egon Schiele
Atelier in der Hietzinger Hauptstraße 101 (1912–1918); Grab auf dem Ober St. Veiter Friedhof.
Wiener Werkbund
Veranstaltete 1932 die Werkbundsiedlung mit voll eingerichteten Musterhäusern.
Jugendstil
Hofpavillon Hietzing der Stadtbahn von Otto Wagner.
Wiener Moderne
Klimt-Villa in der Feldmühlgasse; Häuser Steiner und Scheu von Adolf Loos.
Geometrischer Jugendstil
Villa Skywa-Primavesi in der Gloriettegasse von Josef Hoffmann.
Stil der Wiener Werkstätte
Villa Skywa-Primavesi von Josef Hoffmann.
Japonismus
Japanischer Garten im Schönbrunner Schlosspark, um 1913 angelegt.
Objektgruppen
- Silberarbeiten der Wiener Werkstätte
- Gitterwerk-Körbe und -Vasen
- Metallarbeiten der Wiener Werkstätte
- Keramik der Wiener Werkstätte
- Postkarten der Wiener Werkstätte
- Stoffe der Wiener Werkstätte und von Backhausen
- Schmuck der Wiener Werkstätte
- Wiener Jugendstilgläser
- Bugholzmöbel der Wiener Moderne
- Kastenmöbel der Wiener Moderne
- Korbmöbel der Wiener Moderne
- Beleuchtungskörper der Wiener Moderne
- Ver Sacrum und Secessionskataloge
- Porzellan nach Entwürfen der Wiener Moderne
- Jugendstil-Zinn und versilbertes Metall
- Bleiglasfenster und Mosaike
- Lederwaren und Bucheinbände der Wiener Werkstätte
- Besteck nach Josef Hoffmann
- Rahmen, Spiegel und Holzarbeiten nach Peche
- Emailarbeiten des Wiener Jugendstils
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 13. Bezirk.
Künstler
64
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Otto Prutscher1880–1949
- Dagobert Peche1887–1923
- Carl Otto Czeschka1878–1960
- Eduard Josef Wimmer-Wisgrill1882–1961
- Mathilde Flögl1893–1958
- Maria Likarz1893–1971
- Felice Rix-Ueno1893–1967
- Kitty Rix1901–1951
- Hilda Jesser1894–1985
- Lotte Calm1897–1974
- Fritzi Löw1892–1975
- Moriz Jung1885–1915
- Rudolf Kalvach1883–1932
- Mela Koehler1885–1960
- Josef von Divéky1887–1951
- Jutta Sika1877–1964
- Therese Trethan1879–1957
- Bertold Löffler1874–1960
- Michael Powolny1871–1954
- Vally Wieselthier1895–1945
- Susi Singer1891–1955
- Gudrun Baudisch1907–1982
- Ugo Zovetti1879–1974
- Leopold Forstner1878–1936
- Carl Hagenauer1872–1928
- Gustav Siegel1880–1970
- Marcel Kammerer1878–1959
- Otto Wagner1841–1918
- Joseph Maria Olbrich1867–1908
- Ernst Lichtblau1883–1963
- Joseph Urban1872–1933
- Gustav Klimt1862–1918
- Ernst Stöhr1860–1917
- Adolf Böhm1861–1927
- Alfred Roller1864–1935
- Elena Luksch-Makowsky1878–1967
- Remigius Geyling1878–1974
- Emil Orlik1870–1932
- Ludwig Heinrich Jungnickel1881–1965
- Heinrich Lefler1863–1919
- Franz Metzner1870–1919
- Richard Luksch1872–1936
- Gustav Gurschner1873–1970
- Oskar Kokoschka1886–1980
- Egon Schiele1890–1918
- Emanuel Josef Margold1888–1962
- Georg Adam Scheid1838–1921
- Alfons Mucha1860–1939
- Aubrey Beardsley1872–1898
- Peter Behrens1868–1940
- Emilie Flöge1874–1952
- Heinrich Kautsch1859–1943
- Eduard Klablena1881–1933
- Max Kurzweil1867–1916
- Rudolf Ribarz1848–1904
- Othmar Schimkowitz1864–1947
- Leopold Stolba1863–1929
- Franz von Stuck1863–1928
- Jan Toorop1858–1928
- Heinrich Vogeler1872–1942
- Fritz Waerndorfer1868–1939
- Franz von Zülow1883–1963
Manufakturen & Marken
52
- Wiener Werkstätte1903–1932
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Wilhelm Kralik Sohnab 1881
- Pallme-Königum 1890 bis um 1930
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Wittmannseit 1896
- Joh. Backhausen & Söhneseit 1849
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Wiener Porzellanmanufaktur Augartenseit 1923
- Wiener Keramik1906–1913
- Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik1913 bis in die 1920er-Jahre
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Amphoraseit 1892
- Alexander Sturmspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Argentor-Werkeum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- WMFseit 1853
- Kayserzinnum 1885 bis um 1930
- Orivitum 1894 bis um 1905, danach bei WMF
- Osirisum 1899 bis um 1914
- Liberty & Co.seit 1875
- Theodor Fahrnerbis 1979
- Wokaseit 1977
- Établissements Galléum 1873–1936
- Cristallerie Daumseit 1878
- Tiffany Studios1885–1932
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fachschule Haidaseit 1870
- Bruckmann & Söhne1805–1973
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Wiener Medaillenprägeanstalten19. und 20. Jahrhundert
- Royal Duxseit 1853
- Rozenburg1883–1917
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Schwestern Flöge1904–1938
- Theresienthalseit 1836
- Val Saint Lambertseit 1826
- Wächtersbachseit 1832
- Wiener Werkbundgegründet 1912
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wilkensseit 1810
- Zsolnayseit 1853
Epochen & Stile
11
- Jugendstilum 1895–1914
- Wiener Secessionab 1897 (Stilprägung bis um 1905)
- Wiener Moderneum 1890–1918
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Art nouveauum 1890–1910
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Japonismusum 1860–1920
- Symbolismusum 1880–1910
- Art découm 1920–1940
Materialien, Techniken & Punzen
26
Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte
Ich habe eine komplette Jugendstileinrichtung – wie gehen Sie vor?
Zuerst werden Fotos der Möbel, Marken und Beschläge gesichtet, danach folgt eine Besichtigung vor Ort. Einrichtungen werden möglichst geschlossen bewertet, weil die Zusammengehörigkeit den Wert stützt. Die Abholung wird gemeinsam geplant.
Mein Objekt hat eine WW-Marke – ist es damit echt?
Nicht zwingend. Marken der Wiener Werkstätte wurden häufig gefälscht und nachträglich eingeschlagen. Entscheidend sind Material, Verarbeitung, Proportionen und der Vergleich mit dokumentierten Modellen im Archiv.
Was ist Gitterwerk?
Gitterwerk sind Körbe, Vasen, Jardinieren und Tafelaufsätze aus durchbrochenem Eisenblech mit quadratischem Lochmuster, meist weiß lackiert, seltener aus Silber. Josef Hoffmann und Koloman Moser entwarfen sie ab etwa 1904 für die Wiener Werkstätte.
Welche Postkarten der Wiener Werkstätte sind gesucht?
Gesucht sind Karten bekannter Künstler wie Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Rudolf Kalvach oder Moriz Jung, ungelaufene Karten in gutem Zustand und seltene Nummern. Die Nummer auf der Rückseite erlaubt die Bestimmung von Serie und Entwerfer.
Jugendstil & Wiener Werkstätte in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Hietzing
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
- Zeitgenössische Kunst
- Gemälde & Ölbilder
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle
- Fotografie
- Skulpturen & Plastiken
- Wiener Bronzen
- Design des 20. Jahrhunderts
- Antike Möbel
- Glas & Kristall
- Porzellan
- Keramik, Majolika & Fayence
- Silber & Tafelsilber
- Gold & Altgold
- Schmuck & Juwelen
- Armbanduhren
- Taschenuhren
- Pendel-, Stand- & Tischuhren
- Teppiche
- Textilien, Stickerei & Spitze
- Lampen, Luster & Leuchter
- Bücher & Antiquariat
- Autographen, Handschriften & Dokumente
- Ansichtskarten & Ephemera
- Münzen & Medaillen
- Banknoten & Papiergeld
- Briefmarken
- Militaria, Orden & Uniformen
- Historische Blankwaffen & Rüstungen
- Spielzeug, Puppen & Modellbahnen
- Asiatika
- Ikonen & sakrale Kunst
- Volkskunst & Krippen
- Tribal Art & außereuropäische Kunst
- Wissenschaftliche Instrumente & Globen
- Musikinstrumente
- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst
- Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular