Manufaktur: Silber & Metall
Kayserzinn
Krefeld-Bockum, um 1885 bis um 1930
Zinngießerei J. P. Kayser Sohn in Krefeld; Jugendstilzinn nach Entwürfen von Hugo Leven und Engelbert Kayser mit vierstelligen Modellnummern.
Die Zinngießerei J. P. Kayser Sohn in Krefeld-Bockum brachte ab den 1890er-Jahren unter dem Namen Kayserzinn Gebrauchs- und Ziergerät aus einer harten, silbrig polierbaren Zinnlegierung auf den Markt. Engelbert Kayser (1840–1911) entwarf viele Modelle selbst und betrieb ein eigenes Atelier für Entwürfe. Auf der Pariser Weltausstellung 1900 zeigte die Firma ihre Arbeiten. In den 1920er-Jahren ging die Nachfrage nach Jugendstilzinn zurück, und die Produktion wurde eingeschränkt.
Hugo Leven, Leiter des Entwurfsateliers, gestaltete Kannen, Teeservice, Schalen, Leuchter, Tabletts, Tintenzeuge und Uhrgehäuse mit pflanzlichen und tierischen Motiven, Libellen, Fischen, Mohnkapseln und Wellenlinien. Die Formen sind fließend, die Reliefs fein ausgearbeitet. Viele Stücke haben Glaseinsätze oder Holzgriffe. Kayserzinn wurde in Kaufhäusern und Kunstgewerbegeschäften verkauft und in großen Stückzahlen hergestellt. Einige Modelle wurden auch versilbert angeboten. Die Entwürfe sind in Katalogen dokumentiert.
Die Stücke tragen die eingeprägte Marke „Kayserzinn“ in einem Oval oder Rechteck, dazu eine meist vierstellige Modellnummer, über die sich das Modell in Firmenkatalogen bestimmen lässt. Zinn ist weich: Dellen, verbogene Henkel und abgebrochene Füße sind häufig. Polierte und patinierte Oberflächen sollten nicht scharf gereinigt werden. Nachgüsse ohne Modellnummer und mit unscharfen Reliefs kommen vor und sind am Gewicht und an der Gussqualität erkennbar.
Entwerfer & Personen
- Engelbert Kayser
- Hugo Leven
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