Manufaktur: Möbel
Gebrüder Thonet
Wien, Fabriken in Mähren, seit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
Wiener Bugholzmöbelfirma Michael Thonets und seiner Söhne; Sessel Nr. 14 als erstes Möbel der Massenfertigung, Fabriken in Mähren, später Stahlrohrmöbel.
Michael Thonet kam 1842 aus Boppard am Rhein nach Wien und arbeitete zunächst mit Carl Leistler an der Ausstattung des Palais Liechtenstein. 1849 gründete er eine eigene Werkstatt, die ab 1853 als Gebrüder Thonet firmierte und in die Mollardmühle in Gumpendorf zog. Mit dem Privileg für das Biegen von massivem Buchenholz unter Dampf eröffnete die Firma 1856 in Koritschan in Mähren eine erste Fabrik nahe den Buchenwäldern, weitere folgten. 1922 vereinigte sie sich mit der Mundus-Gruppe zu Thonet-Mundus.
Der Sessel Nr. 14 von 1859 bestand aus wenigen gebogenen Teilen, Schrauben und einem Sitz aus Wiener Geflecht und wurde in zerlegtem Zustand verschickt; bis 1930 entstanden Millionen Stück. Für das Café Daum am Kohlmarkt lieferte Thonet ab 1849 Sessel. Schaukelfauteuils, Kaffeehaussessel wie Nr. 18, Kleiderständer, Tische und Wiegen ergänzten das Programm. In den 1920er- und 1930er-Jahren fertigte Thonet Stahlrohrmöbel nach Marcel Breuer und Mart Stam. Le Corbusier verwendete den Armlehnsessel B 9 in seinen Bauten.
Thonet-Möbel tragen Brandstempel, Papieretiketten oder eingeprägte Zeichen, die sich über die Jahrzehnte änderten: frühe Brandstempel „Thonet“ oder „Gebrüder Thonet Wien“, ab 1922 Etiketten „Thonet-Mundus“, später Marken der deutschen und österreichischen Nachfolgefirmen. Modellnummern lassen sich mit den Katalogen ab den 1850er-Jahren vergleichen. Nachbauten von Kohn, Fischel, Mundus und der tschechischen Firma TON sind verbreitet. Gebrochene Biegungen, ersetzte Sitze und fehlende Spannringe mindern.
Entwerfer & Personen
- Michael Thonet
- August Thonet
- Carl Leistler
- Marcel Breuer
- Mart Stam
- Otto Prutscher
- Marcel Kammerer
- Carl Witzmann
- Felix Augenfeld
Gebrüder Thonet verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Ebenfalls: Möbel
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Cassinaseit 1927
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Friedrich Otto Schmidtzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Fritz Hansenseit 1872
- Haus & Gartenseit 1925
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Kartellseit 1949
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
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