Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Jugendstil & Wiener Werkstätte im 21. Bezirk, 1210 Wien

Wiener Moderne in Floridsdorf: Gemeindebau, Presshaus, Erbstück

Hubert Gessner plante den Karl-Seitz-Hof, Ernst Lichtblau arbeitete am Paul-Speiser-Hof. In Floridsdorfer Haushalten liegt Jugendstil meist als Erbstück neben Weinbaugerät und Werkzeug.

Gründerzeithäuser rund um Am Spitz, Gemeindebauten aus allen Epochen, Reihenhaussiedlungen, Winzerhäuser in Stammersdorf und Strebersdorf, Kleingärten an Alter Donau und Bisamberg – Floridsdorf hat von allem etwas. Lokomotivfabrik und Lohner-Werke beschäftigten Familien über Generationen. Jugendstil ist hier selten Sammlung, häufiger Erbstück: eine Vase, eine Zinnschale, ein Satz Postkarten, Bugholzsessel aus einem Heurigen. In Verlassenschaften liegen solche Stücke zwischen Weinbaugerät, Werkzeug und Hausrat der Nachkriegszeit.

Hubert Gessner, ein Schüler Otto Wagners, plante den Karl-Seitz-Hof (1926–1931), eine der großen Wohnhausanlagen der Zwischenkriegszeit. Ernst Lichtblau, ebenfalls aus der Wagnerschule und Entwerfer für Kunsthandwerk, hatte Anteil am Paul-Speiser-Hof (1929–1932) mit Ladenzeilen und Gemeinschaftseinrichtungen. Im selben Jahrzehnt, in dem Hoffmann und Moser die Wiener Werkstätte gründeten, erhielt Floridsdorf, damals eine eigene Gemeinde, sein Rathaus am Spitz (1901–1903), das heute als Amtshaus dient. Wer die Wiener Moderne im Floridsdorfer Alltag sucht, findet sie eher an Fassaden als in Vitrinen.

In Stammersdorfer Winzerhäusern lagern Kisten oft im Presshaus oder im gewölbten Keller; Feuchtigkeit greift Holz und Papier an, Glas übersteht sie meist. Kleingartenhäuser, die seit den 1990er-Jahren ganzjährig bewohnt werden, enthalten mitunter Möbel aus Stadtwohnungen der Eltern. Wir sehen Haus, Keller und Garten in einem Termin an; Ihre Fotos vorab sparen dabei Zeit.

Was in Floridsdorf häufig auftaucht

  • Bugholzsessel und Heurigenmobiliar um 1900 – Winzerhäuser und Heurige in Stammersdorf und Strebersdorf
  • Einzelne Vasen, Zinn und Postkarten – Erbstücke in Familien der Lokomotivfabrik und der Lohner-Werke
  • Einrichtung der Zwischenkriegszeit – Gemeindebauwohnungen in Karl-Seitz-Hof und Paul-Speiser-Hof

Mit Bezug zu Floridsdorf

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 21. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 21. Bezirk.

Künstler

64

Manufakturen & Marken

52

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

26

Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte

Kaufen Sie auch Arbeiten von Schülerinnen der Kunstgewerbeschule?

Ja. Keramik, Stoffe, Emailarbeiten und Zeichnungen aus den Klassen von Hoffmann, Powolny oder Cizek sind gesucht, besonders mit Signatur oder Klassenvermerk.

Ich habe eine komplette Jugendstileinrichtung – wie gehen Sie vor?

Zuerst werden Fotos der Möbel, Marken und Beschläge gesichtet, danach folgt eine Besichtigung vor Ort. Einrichtungen werden möglichst geschlossen bewertet, weil die Zusammengehörigkeit den Wert stützt. Die Abholung wird gemeinsam geplant.

Mein Objekt hat eine WW-Marke – ist es damit echt?

Nicht zwingend. Marken der Wiener Werkstätte wurden häufig gefälscht und nachträglich eingeschlagen. Entscheidend sind Material, Verarbeitung, Proportionen und der Vergleich mit dokumentierten Modellen im Archiv.

Was ist Gitterwerk?

Gitterwerk sind Körbe, Vasen, Jardinieren und Tafelaufsätze aus durchbrochenem Eisenblech mit quadratischem Lochmuster, meist weiß lackiert, seltener aus Silber. Josef Hoffmann und Koloman Moser entwarfen sie ab etwa 1904 für die Wiener Werkstätte.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.