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Künstler: Wiener Werkstätte

Otto Prutscher

Architekt, Kunsthandwerker, 1880–1949, Wien – Wien

Hoffmann-Schüler und Professor an der Kunstgewerbeschule 1909–1938; Kelchgläser mit farbigem Überfang, Möbel, Schmuck und Gemeindebauten.

Otto Prutscher, Sohn des Tischlermeisters Johann Prutscher und Bruder des Architekten Hans Prutscher, lernte im väterlichen Betrieb, besuchte die Fachschule für Holzindustrie und studierte 1897–1901 an der Kunstgewerbeschule bei Franz Matsch und Josef Hoffmann. Ab 1902 unterrichtete er an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, 1909–1938 und 1945/46 als Professor an der Kunstgewerbeschule. Auf der Kunstschau 1908 hatte er einen eigenen Raum. 1939 wurde er zwangspensioniert; er starb 1949 in Wien.

Prutscher arbeitete in nahezu allen Gattungen. Für die Wiener Werkstätte entwarf er Schmuck, Porzellan, Glas, Besteck, Bucheinbände und Textilien, für Jacob & Josef Kohn und ThonetBugholzmöbel, für Backhausen Stoffe. Bekannt sind seine Kelchgläser mit farbigem Überfang und schachbrettartig geschliffenem Schaft, die in Böhmen geblasen und in Wien vertrieben wurden. Als Architekt baute er Geschäftslokale, Villen und für die Gemeinde Wien den Heinehof und den Lorenshof.

Prutscher-Gläser sind meist unsigniert; Überfangfarbe, Schliffbild und Proportion des Schafts sind die Kriterien, und ähnliche Gläser anderer Entwerfer der Zeit sind über Vergleichsabbildungen abzugrenzen. Möbel von Kohn und Thonet tragen Brandstempel oder Etiketten mit Modellnummer. Schmuck und Silber für die Wiener Werkstätte zeigen deren Marken; ein Entwerfermonogramm ist nicht immer eingeschlagen, sodass Archivfotos im MAK die Zuordnung stützen.

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