Spätbarock im 1. Bezirk, 1010 Wien
Spätbarock am Neuen Markt: Donnerbrunnen und Kapuzinergruft
Providentiabrunnen und Molls Sarkophage in der Kapuzinergruft zeigen am Neuen Markt den Wiener Spätbarock in Blei, Zinn und Bronze.
Am Neuen Markt liegen zwei Schlüsselwerke des Wiener Spätbarock wenige Schritte voneinander: Georg Raphael Donners Providentiabrunnen, dessen Bleifiguren heute als Bronzekopien am Platz stehen, und in der Kapuzinergruft die Prunksarkophage von Balthasar Ferdinand Moll. Für das Kaiserpaar schuf Moll 1753/54 einen Doppelsarkophag aus Zinn und Blei, mit Figuren, Reliefs und Rocaillen. Bernardo Bellotto malte den Platz um 1760 für die Kaiserin; das Bild hängt im Kunsthistorischen Museum.
Blei und Zinn sind die Materialien, an denen sich spätbarocke Metallplastik erkennen lässt: weich, grau patiniert, mit Gussnähten und Ziselierung von Hand. Im Handel tauchen kleine Bozzetti, Reliefs, Leuchter und Zinngerät des 18. Jahrhunderts auf; Zinn trägt oft Meistermarken und Stadtzeichen. Spätere Abgüsse berühmter Brunnenfiguren haben glattere Oberflächen und maschinelle Nacharbeit. Bei Wiener Silber dieser Jahre prüfen wir Beschauzeichen, Jahreszahl und Meistermarke.
Spätbarock in anderen Bezirken
Josefstadt
Kuppelfresko von Maulbertsch in der Piaristenkirche Maria Treu (1752/53).
Landstraße
Bleioriginale des Donnerbrunnens und Messerschmidts Charakterköpfe im Belvedere.
Hietzing
Umbau von Schloss Schönbrunn durch Nikolaus Pacassi ab 1743.
Meidling
Schloss Hetzendorf, unter Maria Theresia von Pacassi umgestaltet.
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