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Antiquitäten Wien

Ikonen & sakrale Kunst im 9. Bezirk, 1090 Wien

Sakrale Kunst und Judaica aus dem Alsergrund

Servitenkirche, Votivkirche und der jüdische Friedhof in der Seegasse: Am Alsergrund liegen katholische Barockfrömmigkeit und jüdische Geschichte dicht beieinander.

In Ärzte- und Professorenhaushalten an Berggasse, Währinger Straße und Liechtensteinstraße gehörten Ikonen, gotische Holzfiguren und barocke Ölskizzen oft zu Sammlungen des Bildungsbürgertums, neben Grafik und Fachbibliothek. Bis 1938 lebten hier viele jüdische Familien, deren Ritualobjekte – Sabbatleuchter, Chanukkaleuchter, Torazeiger, Gebetbücher – nach der Vertreibung häufig verloren gingen. In den Vorstadthäusern von Lichtental und Thurygrund überwiegen katholische Andachtsbilder, Kruzifixe und Weihwasserkessel.

Die Servitenkirche in der Rossau, ab 1651 mit ovalem Zentralraum errichtet, zählt zum Wiener Frühbarock, die Votivkirche Heinrich von Ferstels (1856–1879) zur Neugotik. Im Gartenpalais Liechtenstein malte Johann Michael Rottmayr die Stiegenhäuser, Giovanni Giuliani lieferte Bildhauerarbeiten. Am Althanplatz 6 hatte Leopold Forstner seine Werkstatt, für die er 1908 die Berechtigung zum Glasmosaikgewerbe bekam. Grabsteine ab dem 16. Jahrhundert machen den Friedhof in der Seegasse zum ältesten erhaltenen jüdischen Friedhof der Stadt.

Judaica und Familiendokumente untersuchen wir vor jedem Angebot auf einen möglichen verfolgungsbedingten Entzug in der NS-Zeit; Erbschein, Verlassenschaftsakt oder Rückstellungsbescheid sind dabei hilfreich. Ikonen fotografieren Sie bitte mit Rückseite, Silberbeschläge mit Punzen. Die kostenlose Besichtigung in den Gründerzeitwohnungen an der Berggasse schließt Bibliothek, Ordinationsräume und Dachbodenabteil ein. Ausstattungsstücke aus Servitenkirche oder Votivkirche kämen nur mit Erwerbsnachweis in Frage.

Was in Alsergrund häufig auftaucht

  • Judaica und Familiendokumente – jüdische Prägung des Bezirks vor 1938; die Provenienz wird vorab geklärt
  • Ikonen, gotische Holzfiguren und barocke Ölskizzen – Sammlungen in Ärzte- und Professorenhaushalten
  • Glasmosaike und Glasbilder – Werkstatttradition Leopold Forstners am Althanplatz

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 9. Bezirk.

Künstler

35

Epochen & Stile

12

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Ikonen & sakrale Kunst

Haben gedruckte Ikonen einen Wert?

Einen bescheidenen, der vor allem vom Beschlag abhängt. Druckikonen mit Silber- oder Emailoklad sind gefragt, Druckikonen mit Messingrahmen deutlich weniger. Auf Fotos lässt sich der Unterschied meist erkennen.

Wie gehen Sie mit Judaica um?

Mit besonderer Sorgfalt bei der Herkunft. Viele jüdische Familien in Wien wurden ab 1938 beraubt; deshalb fragen wir nach Erwerbsgeschichte und Familienunterlagen und prüfen öffentlich zugängliche Verlustdatenbanken. Gut dokumentierte Stücke übernehmen wir gern.

Können geweihte Gegenstände wie Kelche verkauft werden?

Kelche, Monstranzen und andere liturgische Geräte aus Privatbesitz können verkauft werden, wenn ihre Herkunft geklärt ist. Ausgenommen sind Reliquien, deren Verkauf das Kirchenrecht untersagt. Bei Klosterarbeiten mit Reliquienpartikeln besprechen wir den Umgang im Einzelfall.

Kaufen Sie auch neu gemalte Ikonen?

Zeitgenössische Ikonen aus Griechenland, Russland oder Rumänien haben meist einen kleinen Markt. Wir sehen sie uns an, vor allem wenn sie signiert sind oder in einem größeren Bestand mitkommen.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.