Textilien, Stickerei & Spitze im 4. Bezirk, 1040 Wien
Textilien aus der Wieden: Makartstoffe und Wiener-Werkstätte-Anfänge
Hans Makart drapierte sein Atelier in der Gußhausstraße mit Teppichen und Stoffen, die Wiener Werkstätte arbeitete 1903 zuerst in der Heumühlgasse.
Großwohnungen an Argentinierstraße, Schwindgasse und Prinz-Eugen-Straße brauchten Textilien in großem Maß: Portieren für Flügeltüren, Store-Vorhänge, Tischtücher für das Speisezimmer, Bettwäsche für Gäste- und Dienstbotenzimmer, dazu Wolldecken und Plaids. Was nicht mehr in Gebrauch ist, lagert häufig in Kisten im früheren Dienstbotenzimmer oder im Dachbodenabteil. In den kleineren Biedermeierhäusern der Mühlgasse und Paulanergasse finden sich eher Stickarbeiten, Häkeldecken und Mustertücher aus Familienbesitz.
Hans Makarts Atelier in der Gußhausstraße wurde im späten 19. Jahrhundert zum Vorbild für Wohnungen, in denen Teppiche, Brokate und Samtvorhänge den Raum gliederten; der Makartstil hinterließ Portieren mit Fransen, Tischdecken mit Posamenten und Kissen mit Goldstickerei. Die Wiener Werkstätte, deren Mitbegründer Koloman Moser im Theresianum aufwuchs, hatte ihre allererste Werkstatt 1903 in Wohnräumen der Heumühlgasse. Die Biedermeier-Interieurs des Wien Museums am Karlsplatz helfen bei der Einordnung von Stickbildern und Bezügen.
Schwere Seiden und Brokate des Makartstils sind oft brüchig; falten Sie sie nicht neu, sondern fotografieren Sie sie so, wie sie liegen. Bei Spitzen genügt ein Bild gegen das Licht, bei Stickereien eines der Rückseite. Auch die Kisten im Dienstbotenzimmer gehen wir beim kostenlosen Termin durch. Was sonst auf dem Samstagsflohmarkt an der Kettenbrückengasse landen würde, sehen wir uns vorher an.
Was in Wieden häufig auftaucht
- Portieren, Tischdecken und Kissen des Makartstils – großbürgerliche Wohnungen der Gründerzeit
- Stickarbeiten und Mustertücher – Biedermeierhäuser in Mühlgasse und Paulanergasse
- Haushaltswäsche in großen Mengen – Großwohnungen mit Dienstbotenzimmer an Argentinierstraße und Schwindgasse
Mit Bezug zu Wieden
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 4. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Koloman Moser
Kam 1868 in Wien zur Welt und wuchs im Theresianum auf, wo sein Vater tätig war.
Wiener Werkstätte
Arbeitsbeginn im Mai 1903 in einer Wohnung in der Heumühlgasse.
P. & C. Habig
K. u. k. Hof-Hutfabrik mit Stammhaus auf der Wieden.
Biedermeier
Wien Museum am Karlsplatz mit Biedermeier-Interieurs und Malerei.
Makartstil
Ehemaliges Atelier Hans Makarts in der Gußhausstraße.
Objektgruppen
- Paramente und Kirchentextilien
- Klöppelspitzen aus Flandern und der Monarchie
- Nadelspitzen aus Venedig, Burano und Alençon
- Plauener und Maschinenspitze
- Aussteuerwäsche mit Monogramm
- Damast-Tischwäsche
- Petit-Point-Taschen, Etuis und Bilder
- Mustertücher und Stickbilder
- Goldhauben und Trachtentextilien
- Stoffe der Wiener Werkstätte
- Möbel- und Vorhangstoffe
- Textile Musterbücher
- Kaschmir- und Paisleyschals
- Seidencarrés und Foulards
- Vereins- und Zunftfahnen
- Tages- und Bettdecken
- Osmanische Stickereien
- Chinesische und japanische Seidentextilien
- Blaudruck und Druckmodel
- Posamenten, Borten und Quasten
- Taufkleider und Taufpolster
- Theater-, Opern- und Faschingskostüme
- Künstlertextilien des 20. Jahrhunderts
- Klöppelkissen, Stickrahmen und Nähkästchen
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 4. Bezirk.
Künstler
18
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Dagobert Peche1887–1923
- Eduard Josef Wimmer-Wisgrill1882–1961
- Carl Otto Czeschka1878–1960
- Mathilde Flögl1893–1958
- Maria Likarz1893–1971
- Felice Rix-Ueno1893–1967
- Hilda Jesser1894–1985
- Lotte Calm1897–1974
- Ugo Zovetti1879–1974
- Josef Frank1885–1967
- Carl Witzmann1883–1952
- Raoul Dufy1877–1953
- Susanne Wenger1915–2009
- Emilie Flöge1874–1952
- Wolfgang Hutter1928–2014
- Oskar Wlach1881–1963
Manufakturen & Marken
17
- Joh. Backhausen & Söhneseit 1849
- Philipp Haas & Söhneab 1810 bis ins 20. Jahrhundert
- Ginzkeyab 1843 bis 1945
- Wiener Gobelin-Manufaktur20. Jahrhundert
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Haus & Gartenseit 1925
- Svenskt Tennseit 1924
- Liberty & Co.seit 1875
- Hermèsseit 1837
- Burberryseit 1856
- Fendi Romaseit 1925
- Käthe Kruseseit 1911
- Knizeseit 1858
- P. & C. Habiggegründet 1862
- Schwestern Flöge1904–1938
- Steiffseit 1880
- Yves Saint Laurentseit 1961
Epochen & Stile
19
- Hochbarockum 1680–1730
- Rokokoum 1730–1770
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Makartstilum 1870–1890
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Jugendstilum 1895–1914
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Art découm 1920–1940
- Bauhaus1919–1933
- Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeitum 1919–1938
- Volkskunst17.–20. Jahrhundert
- Heimatstilum 1905–1960
- Qing-Dynastie1644–1911
- Edo-Zeit1603–1868
- Directoireum 1790–1804
- Fauvismus1905–1908
- Orphismusum 1911–1914
Materialien, Techniken & Punzen
10
Fragen zu Textilien, Stickerei & Spitze
Soll ich alte Wäsche und Spitze vor dem Verkauf waschen?
Nein. Waschen, Bleichen und Stärken kann alte Fasern beschädigen und Flecken fixieren. Wir bewerten Textilien in ihrem aktuellen Zustand.
Woran erkenne ich handgeklöppelte Spitze?
Mit einer Lupe sieht man verflochtene Fadenpaare und kleine Unregelmäßigkeiten. Maschinenspitze ist völlig gleichmäßig und hat oft einen Tüllgrund aus sechseckigen Maschen.
Kaufen Sie auch einfache Bettwäsche und Tischtücher?
Ja, im Konvolut. Leinenwäsche mit Handstickerei, Damastsätze in voller Zahl und Aussteuerwäsche in gutem Zustand bewerten wir einzeln, einfache Baumwollwäsche gemeinsam.
Was ist Wiener Petit Point?
Eine sehr feine Nadelmalerei im Gobelinstich auf Stramin, mit mehreren hundert Stichen pro Quadratzentimeter, oft mit Lupe ausgeführt. Typisch sind Abendtaschen mit Metallbügel, Etuis, Puderdosen und kleine Bilder mit Blumen und Figuren.
Textilien, Stickerei & Spitze in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Wieden
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
- Zeitgenössische Kunst
- Gemälde & Ölbilder
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle
- Fotografie
- Skulpturen & Plastiken
- Wiener Bronzen
- Jugendstil & Wiener Werkstätte
- Design des 20. Jahrhunderts
- Antike Möbel
- Glas & Kristall
- Porzellan
- Keramik, Majolika & Fayence
- Silber & Tafelsilber
- Gold & Altgold
- Schmuck & Juwelen
- Armbanduhren
- Taschenuhren
- Pendel-, Stand- & Tischuhren
- Teppiche
- Lampen, Luster & Leuchter
- Bücher & Antiquariat
- Autographen, Handschriften & Dokumente
- Ansichtskarten & Ephemera
- Münzen & Medaillen
- Banknoten & Papiergeld
- Briefmarken
- Militaria, Orden & Uniformen
- Historische Blankwaffen & Rüstungen
- Spielzeug, Puppen & Modellbahnen
- Asiatika
- Ikonen & sakrale Kunst
- Volkskunst & Krippen
- Tribal Art & außereuropäische Kunst
- Wissenschaftliche Instrumente & Globen
- Musikinstrumente
- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst
- Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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