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Volkskunst & Krippen im 4. Bezirk, 1040 Wien

Krippen vom Dachboden: Volkskunst aus Wiedner Altbauten

Große Gründerzeitwohnungen mit Dienstbotenzimmern, Biedermeierhäuser in der Mühlgasse und der Flohmarkt an der Kettenbrückengasse: Volkskunst auf der Wieden.

In den Gründerzeitwohnungen an Argentinierstraße und Schwindgasse dienen Dienstbotenzimmer und Dachbodenabteile als Lager; dort überdauern Weihnachtskrippen mit Stall und Figuren, Papierkrippen und Wachsstöcke in Kisten. Die Biedermeierhäuser in Mühlgasse und Paulanergasse entstanden in den Jahrzehnten vor 1848, als Hinterglasbilder aus Sandl und Buchers und Fatschenkinder in Wiener Haushalten Verbreitung fanden. Alteingesessene Wiedner Familien bewahren außerdem Spanschachteln, Brautschachteln und emailbemalte Gläser ländlicher Herkunft.

Wo heute die Technische Universität am Karlsplatz steht, hielt die Stadt ab 1730 rund neunzig Jahre lang ihren Tandelmarkt ab; der Flohmarkt an der Kettenbrückengasse setzt den Altwarenhandel jeden Samstag fort. Biedermeierliche Wohnräume und Malerei dieser Jahrzehnte sind im Wien Museum am Karlsplatz zu sehen. Mit seinem Atelierstil, entwickelt in der Gußhausstraße, machte Hans Makart alte Dinge als Raumschmuck beim Bürgertum beliebt, und Johann Bernhard Fischer von Erlachs Karlskirche wurde zum vielfach gedruckten Andachtsmotiv.

Kisten aus dem Dachboden öffnen wir bei der kostenlosen Besichtigung mit Ihnen, weil Krippenfiguren oft zwischen Christbaumschmuck liegen. Bei geschnitzten und gefassten Figuren achten wir auf abgeplatzte Fassung, Wurmlöcher und ergänzte Hände; Fotos von Rücken und Standfläche helfen. Hinterglasbilder transportieren wir aufrecht und gepolstert, weil die Farbschicht auf der Rückseite des Glases bei Erschütterung abblättern kann.

Was in Wieden häufig auftaucht

  • Weihnachtskrippen und Papierkrippen – Kisten in Dienstbotenzimmern und Dachbodenabteilen
  • Hinterglasbilder und Fatschenkinder – Biedermeierhäuser in Mühlgasse und Paulanergasse
  • Spanschachteln und Brautschachteln – Familienbesitz alteingesessener Haushalte

Mit Bezug zu Wieden

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 4. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 4. Bezirk.

Künstler

4

Manufakturen & Marken

3

Epochen & Stile

7

Materialien, Techniken & Punzen

24

Fragen zu Volkskunst & Krippen

Woran erkenne ich, dass ein Bauernkasten original bemalt ist?

An der Abnutzung: Originale Malerei ist an Griffstellen, Kanten und Schlössern abgerieben und im Inneren oft frischer. Neubemalungen wirken gleichmäßig und überdecken Wurmlöcher. Fotos von Front, Seiten, Innenseite und Rückwand zeigen das meist deutlich.

Kaufen Sie unvollständige Krippen?

Ja. Einzelne Figuren, Figurengruppen, leere Kastenkrippen und Zubehör wie Ställe, Hintergründe oder Tiere werden einzeln bewertet. Oft lassen sich Figuren mehrerer Jahrzehnte nach Herkunft trennen, was ihren Wert erst sichtbar macht.

Hat ein Hinterglasbild aus der Sommerfrische Wert?

Das hängt von der Technik ab. Gemalte Bilder aus Sandl, Buchers oder Augsburg sind gesucht, Hinterglasdrucke des 20. Jahrhunderts deutlich weniger. Ein Foto der Rückseite verrät den Unterschied.

Was ist mit Votivtafeln aus einer aufgelassenen Kapelle?

Votivtafeln gehören in der Regel der Kirche oder dem Eigentümer der Kapelle. Wir übernehmen sie nur, wenn der rechtmäßige Besitz belegt ist, etwa bei einer Hauskapelle in Familienbesitz. Bitte klären Sie das vorab mit der Pfarre.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.