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Antiquitäten Wien

Zeitgenössische Kunst im 8. Bezirk, 1080 Wien

Josefstadt: Zeitgenössische Kunst zwischen Kastenfenstern

Kastenfenster, Doppelflügeltüren und Kachelöfen bestimmen in der Josefstadt, wie viel Wand bleibt – deshalb dominieren in Sammlungen nach 1945 Papierarbeiten und mittlere Formate.

In den Biedermeier- und Gründerzeithäusern der Langen Gasse, der Piaristengasse und um den Hamerlingplatz sind Kastenfenster, Doppelflügeltüren und Parkettböden vielfach im Original erhalten. Zwischen Fenstern, Türen und Kachelofen bleiben schmale Wandstücke; Sammler haben darauf mit dichter Hängung reagiert. Typisch sind deshalb Radierungen, Lithografien, Zeichnungen und Aquarelle der Nachkriegszeit, kleinere Ölbilder und Mappenwerke, die in Bücherkästen stehen. Großformate tauchen seltener auf, meist in Wohnungen, die zusammengelegt wurden.

Die Verbindung zur Kunst nach 1945 läuft in der Josefstadt vor allem über die Käufer. Universitätsnähe, Landesgericht und das Theater in der Josefstadt, das Max Reinhardt 1924 übernahm, haben eine Bewohnerschaft aus Juristen, Ärztinnen, Lehrenden und Schauspielern geprägt. Für sie lagen die Galerien der Inneren Stadt und das MuseumsQuartier im Nachbarbezirk Neubau in Gehweite. Dazu kommen Grafiksammlungen, die über Generationen in derselben Wohnung blieben und sich Jahrzehnt für Jahrzehnt erweitert haben.

Blätter, die jahrzehntelang neben einem Kachelofen hingen, zeigen oft gebräuntes Passepartout oder gewelltes Papier; das beurteilen wir bei der Besichtigung, nicht am Foto. Für die Ersteinschätzung reicht eine Aufnahme der ganzen Wand und je eine Nahaufnahme von Signatur und Rückseite. Viele Häuser im Piaristenviertel haben enge Stiegen ohne Lift, gerahmte Grafik lässt sich aber gut in Kisten tragen. Mappen aus dem Bücherkasten blättern wir vor Ort gemeinsam mit Ihnen durch.

Was in Josefstadt häufig auftaucht

  • Arbeiten auf Papier und mittlere Formate – Hängeflächen zwischen Kastenfenstern und Flügeltüren begrenzen die Bildgröße.
  • Druckgrafik und Mappenwerke der Nachkriegszeit – über Generationen gewachsene Sammlungen in Akademiker- und Theaterhaushalten.
  • Kleinformatige Ölbilder der 1950er- bis 1970er-Jahre – dichte Hängungen in Altbauwohnungen um Lange Gasse und Piaristengasse.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 8. Bezirk.

Künstler

232

Manufakturen & Marken

1

Epochen & Stile

28

Materialien, Techniken & Punzen

12

Fragen zu Zeitgenössische Kunst

Mein Bild ist nur rückseitig signiert – ist das ein Problem?

Nein, bei Gegenwartskunst ist die rückseitige Signatur mit Titel und Datum üblich. Wichtig ist, dass sie zur Handschrift des Künstlers passt und durch Rechnung oder Zertifikat gestützt wird.

Was mache ich, wenn das Zertifikat fehlt?

Viele Werke wurden direkt im Atelier oder ohne Papiere erworben. Dann helfen Fotos, Briefe, Ausstellungskataloge und eine Anfrage beim Künstler, seinem Studio oder der Galerie. Diese Klärung ist Teil der Bewertung.

Meine Neonarbeit leuchtet nicht mehr – kaufen Sie sie trotzdem?

Ja, wenn das Objekt sonst intakt ist. Röhren und Transformatoren lassen sich nach Vorgabe der Künstlerin oder des Künstlers ersetzen; der Aufwand fließt in die Bewertung ein.

Sind Editionen und Multiples für Sie interessant?

Ja, wenn Auflage, Signatur und Zustand stimmen. Editionen von Erwin Wurm, Franz West, Brigitte Kowanz oder Joseph Beuys haben einen eigenen Sammlermarkt.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.