Design des 20. Jahrhunderts im 13. Bezirk, 1130 Wien
Josef Frank, Loos und Werkbundsiedlung: Design aus Hietzing
Haus Beer in der Wenzgasse, die Werkbundsiedlung von 1932 und Loos’ Häuser Steiner und Scheu: In Hietzing wurde die Wiener Wohnmoderne gebaut und eingerichtet.
Villen in Alt-Hietzing, Ober St. Veit und Hacking gehen oft von Eltern auf Kinder und Enkel über, und mit jedem Erbgang kam eine neue Schicht hinzu: Möbel von Haus & Garten aus der Zwischenkriegszeit, Fauteuils und Leuchten der Fünfziger, ein italienisches Sofa der Siebziger. Eine Verlassenschaft umfasst daher meist das ganze Haus samt Dachboden, Gartenhaus und Garage. In den Reihenhäusern der Nachkriegszeit in Speising und Lainz überwiegt Design der Fünfziger- und Sechzigerjahre.
Um 1930 entstand in der Wenzgasse 12 das Haus Beer von Josef Frank und Oskar Wlach; ihre 1925 gegründete Firma Haus & Garten richtete Villen im Bezirk ein. 1932 leitete Frank die Werkbundsiedlung mit 70 Häusern, an der unter anderen Adolf Loos, Gerrit Rietveld, Richard Neutra, Margarete Schütte-Lihotzky, Oskar Strnad und Ernst Plischke mitwirkten. Von Loos stammen zuvor schon die Häuser Steiner (1910) und Scheu (1912/13), von Roland Rainer später das ORF-Zentrum am Küniglberg.
Möbel von Haus & Garten sind selten gemarkt; Zuordnungen stützen sich auf Kataloge, Fotografien der Zeit und Vergleichsstücke. Heben Sie daher alte Rechnungen, Fotoalben mit Innenansichten und Korrespondenz auf. Fällt ein Besitzwechsel in die Jahre nach 1938, gehen wir der Herkunft des Stücks nach, ehe ein Preis genannt wird. Bei einer Villa planen wir die kostenlose Besichtigung über alle Geschoße, Gartenhaus eingeschlossen.
Was in Hietzing häufig auftaucht
- Möbel, Leuchten und Stoffe von Josef Frank und Haus & Garten – Villa Beer und Werkbundsiedlung
- Möbel und Objekte der Wiener Werkstätte – Villen von Josef Hoffmann und ihre Bauherren im Bezirk
- Design der 1950er- und 1960er-Jahre – Reihenhäuser und Villen der Nachkriegszeit in Speising und Lainz
Mit Bezug zu Hietzing
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 13. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Josef Frank
Haus Beer in der Wenzgasse 12 (1929/30, mit Oskar Wlach) und Werkbundsiedlung (1932) unter seiner Leitung.
Oskar Strnad
Doppelhaus der Werkbundsiedlung (1932).
Franz Singer
Tennisklubhaus für Hans Heller in der Mühlbachergasse (1928, 1935 abgerissen).
Ernst Plischke
Doppelhaus der Werkbundsiedlung (1931/32).
Margarete Schütte-Lihotzky
Zwei Reihenhäuser der Werkbundsiedlung (1932).
Walter Loos
Zwei Häuser der Werkbundsiedlung (1932).
Adolf Loos
Haus Steiner (1910), Haus Scheu (1912/13), Haus Strasser (1918/19), Haus Rufer (1922) und Häuser der Werkbundsiedlung (1932).
Josef Hoffmann
Haus Skywa-Primavesi in der Gloriettegasse (1913–1915) und Häuser der Werkbundsiedlung (1932).
Roland Rainer
ORF-Zentrum am Küniglberg.
Leopold Bauer
Eigene Villa in der Auhofstraße (1906/07) und Villa Joly in der Braunschweiggasse (1928/29).
Hugo Gorge
Doppelwohnhaus der Werkbundsiedlung (1932) und Villa Fleschgasse 8 (1933/34).
Ernst Lichtblau
Villa Filek in der Linzackergasse 9 (1913) und Doppelhaus der Werkbundsiedlung (1932).
Koloman Moser
Liegt im Hietzinger Friedhof, unweit der Gräber von Klimt und Otto Wagner.
Richard Neutra
Baute ein Haus in der Werkbundsiedlung (1932).
Robert Oerley
Villa Wustl, auch Oerley-Villa genannt.
Gerrit Rietveld
Baute Reihenhäuser in der Werkbundsiedlung (1932).
Otto Schönthal
Wohnhausanlage Waldvogelstraße 18–24 (1950, mit Franz Mörth).
Otto Wagner
Hofpavillon der Stadtbahn bei Schönbrunn (1899).
Oskar Wlach
Partner Josef Franks bei der Villa Beer in der Wenzgasse (1929–1931).
Haus & Garten
Einrichtungsfirma von Josef Frank und Oskar Wlach, gegründet 1925; stattete Villen in Hietzing aus.
Wiener Werkbund
Veranstaltete 1932 die Werkbundsiedlung mit voll eingerichteten Musterhäusern.
Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit
Werkbundsiedlung von 1932; Haus Beer in der Wenzgasse von Josef Frank und Oskar Wlach.
Geometrischer Jugendstil
Villa Skywa-Primavesi in der Gloriettegasse von Josef Hoffmann.
Jugendstil
Hofpavillon Hietzing der Stadtbahn von Otto Wagner.
Wiener Moderne
Klimt-Villa in der Feldmühlgasse; Häuser Steiner und Scheu von Adolf Loos.
Objektgruppen
- Stahlrohrmöbel
- Wohnmöbel der Zwischenkriegszeit
- Österreichische Möbel der Fünfzigerjahre
- Skandinavische Möbel
- Formholzmöbel
- Amerikanische Designklassiker
- Italienisches Möbeldesign
- Kunststoffmöbel des Space Age
- Postmodernes Design
- Architektenmöbel aus Wien
- Nierentische und Kleinmöbel
- Loungesessel und Klubfauteuils
- Designleuchten der Nachkriegszeit
- Gebrauchsobjekte aus Messing
- Skandinavisches Glas
- Porzellan und Keramik im Nachkriegsdesign
- Tafelgerät der Moderne
- Bauhaus-Entwürfe und Reeditionen
- Designuhren
- Elektrogeräte im Industriedesign
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 13. Bezirk.
Künstler
72
- Josef Frank1885–1967
- Oskar Strnad1879–1935
- Oswald Haerdtl1899–1959
- Felix Augenfeld1893–1984
- Franz Singer1896–1954
- Friedl Dicker-Brandeis1898–1944
- Franz Schuster1892–1972
- Ernst Plischke1903–1992
- Margarete Schütte-Lihotzky1897–2000
- Walter Loos1905–1974
- Clemens Holzmeister1886–1983
- Adolf Loos1870–1933
- Josef Hoffmann1870–1956
- Wolfgang Hoffmann1900–1969
- Paul Theodore Frankl1886–1958
- Friedrich Kiesler1890–1965
- Carl Auböck1900–1957 (Carl Auböck II), 1924–1993 (Carl Auböck III)
- Karl Hagenauer1898–1956
- Franz Hagenauer1906–1986
- Roland Rainer1910–2004
- Erich Boltenstern1896–1991
- Anna-Lülja Praun1906–2004
- Karl Schwanzer1918–1975
- Johannes Spalt1920–2010
- Gustav Peichl1928–2019
- Hans Hollein1934–2014
- Lucie Rie1902–1995
- Gertrud und Otto Natzler1908–1971 und 1908–2007
- Kurt Ohnsorg1927–1970
- Walter Bosse1904–1979
- Walter Pichler1936–2012
- Franz West1947–2012
- Allen Jonesgeb. 1937
- Leopold Bauer1872–1938
- Ludwig Baumann1853–1936
- Peter Behrens1868–1940
- Hans Coper1920–1981
- Paul Engelmann1891–1965
- Erté1892–1990
- Max Fabiani1865–1962
- Hubert Gessner1871–1943
- Hugo Gorge1883–1934
- Zaha Hadid1950–2016
- Coop Himmelb(l)auseit 1968
- Emil Hoppe1876–1957
- Marcel Kammerer1878–1959
- Jakob Lena Kneblgeb. 1970
- Ernst Lichtblau1883–1963
- Emanuel Josef Margold1888–1962
- Koloman Moser1868–1918
- Richard Neutra1892–1970
- Jean Nouvelgeb. 1945
- Robert Oerley1876–1945
- Friedrich Ohmann1858–1927
- Joseph Maria Olbrich1867–1908
- Dagobert Peche1887–1923
- Jože Plečnik1872–1957
- Otto Prutscher1880–1949
- Gerrit Rietveld1888–1964
- Otto Schönthal1878–1961
- Gustav Siegel1880–1970
- August Thonet1829–1910
- Michael Thonet1796–1871
- My Ullmann1905–1995
- Joseph Urban1872–1933
- Fritz Waerndorfer1868–1939
- Otto Wagner1841–1918
- Manfred Wakolbingergeb. 1952
- Lois Welzenbacher1889–1955
- Carl Witzmann1883–1952
- Oskar Wlach1881–1963
- Paul Wunderlich1927–2010
Manufakturen & Marken
65
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Haus & Gartenseit 1925
- Wittmannseit 1896
- Svenskt Tennseit 1924
- Knollseit 1938
- Vitraseit 1950
- Fritz Hansenseit 1872
- Cassinaseit 1927
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Artekseit 1935
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Tectaseit 1972
- Kartellseit 1949
- Memphis Milano1981–1988
- Askoseit 1918
- Orreforsseit 1898
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- Iittalaseit 1881
- Holmegaardseit 1825
- Veniniseit 1921
- Rosenthalseit 1879
- Arzbergseit 1887
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Gustavsbergseit 1825
- Werkstätte Hagenauer1898–1987
- Werkstätte Carl Auböckseit 1912
- Georg Jensen Sølvsmedieseit 1904
- Puiforcatseit 1820
- Christofleseit 1830
- Alessiseit 1921
- WMFseit 1853
- J. T. Kalmarseit 1881
- Rupert Nikoll1950er- bis 1970er-Jahre
- Emil Stejnarab den späten 1950er-Jahren
- Louis Poulsenseit 1874
- Artemideseit 1960
- Flosseit 1962
- FontanaArteseit 1932
- Artěl1908–1935
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Braun AGseit 1921
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Ginoriseit 1737
- InnocentiLambretta 1947–1971
- Junghansseit 1861
- Kaiser IdellLeuchtenserie ab 1933
- Kienzleab 1883
- Knizeseit 1858
- Movadoseit 1881
- Peill & Putzler20. Jahrhundert
- Philipsseit 1891
- Piaggioseit 1884, Vespa ab 1946
- Porscheseit 1931 (Konstruktionsbüro), Fahrzeuge ab 1948
- R. Horn'szeitgenössisch
- RiedelFamilienbetrieb seit dem 18. Jahrhundert, in Kufstein seit 1956
- Ronsonseit 1897
- Schott & Gen.seit 1884
- SegusoSeguso Vetri d'Arte seit 1933, Archimede Seguso seit 1946
- Steuben Glass1903–2011
- Tecnolumenseit 1979
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
- Wiener Werkbundgegründet 1912
- Wokaseit 1977
Epochen & Stile
29
- Bauhaus1919–1933
- De Stijl1917–1931
- Art découm 1920–1940
- Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeitum 1919–1938
- Rotes Wien1919–1934
- Streamlineum 1930–1950
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Fünfzigerjahre-Designum 1948–1962
- Mid-Century Modernum 1945–1970
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Space Ageum 1957–1975
- Brutalismusum 1950–1980
- Postmoderneum 1970–1995
- Memphis1980–1988
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Futurismus1909–um 1944
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Jugendstilum 1895–1914
- Kinetische Kunstum 1950–1975
- Klassische Moderneum 1905–1945
- Konstruktivismusum 1913–1935
- Kubismusum 1907–1925
- Lichtkunstab um 1920, verstärkt ab 1960
- Minimal Artum 1960–1980
- Neue Sachlichkeitum 1920–1933
- Op Artum 1955–1975
- Pop Artum 1956–1975
- Wiener Kinetismusum 1920–1930
- Wiener Moderneum 1890–1918
Fragen zu Design des 20. Jahrhunderts
Ist mein Sessel ein Original oder eine Kopie?
Hinweise geben Etiketten, Stempel und Prägungen des Herstellers, Konstruktionsdetails und Materialien. Kopien ohne Lizenz haben oft abweichende Maße und einfachere Verarbeitung. Fotos von Unterseite und Gestell helfen bei der Ersteinschätzung.
Sind Neuauflagen von Vitra oder Wittmann auch interessant?
Ja, wenn sie gut erhalten sind, denn lizenzierte Neuauflagen haben einen eigenen Gebrauchtmarkt. Sie werden jedoch anders bewertet als Stücke aus der ersten Produktionszeit.
Soll ich einen abgenutzten Bezug erneuern lassen?
Nein, zumindest nicht vor der Besichtigung. Originale Bezüge sind für Sammler wichtig, auch mit Gebrauchsspuren. Eine Neupolsterung kann den Wert mindern, wenn sie nicht dem Original entspricht.
Kaufen Sie auch Leuchten von Kalmar ohne Typenschild?
Ja. Etiketten und Plaketten von Kalmar sind oft verloren, die Zuordnung erfolgt dann über Modell, Materialien und Kataloge. Vollständige Schirme und originale Fassungen sind für die Bewertung wichtig.
Design des 20. Jahrhunderts in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Hietzing
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
- Zeitgenössische Kunst
- Gemälde & Ölbilder
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle
- Fotografie
- Skulpturen & Plastiken
- Wiener Bronzen
- Jugendstil & Wiener Werkstätte
- Antike Möbel
- Glas & Kristall
- Porzellan
- Keramik, Majolika & Fayence
- Silber & Tafelsilber
- Gold & Altgold
- Schmuck & Juwelen
- Armbanduhren
- Taschenuhren
- Pendel-, Stand- & Tischuhren
- Teppiche
- Textilien, Stickerei & Spitze
- Lampen, Luster & Leuchter
- Bücher & Antiquariat
- Autographen, Handschriften & Dokumente
- Ansichtskarten & Ephemera
- Münzen & Medaillen
- Banknoten & Papiergeld
- Briefmarken
- Militaria, Orden & Uniformen
- Historische Blankwaffen & Rüstungen
- Spielzeug, Puppen & Modellbahnen
- Asiatika
- Ikonen & sakrale Kunst
- Volkskunst & Krippen
- Tribal Art & außereuropäische Kunst
- Wissenschaftliche Instrumente & Globen
- Musikinstrumente
- Grammophone, Radios, Kameras & Technik
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst
- Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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