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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Margarete Schütte-Lihotzky

Architektin, 1897–2000, Wien – Wien

Erste Architekturstudentin der Kunstgewerbeschule, Entwerferin der Frankfurter Küche (1926), Widerstandskämpferin und Planerin von Kindergärten.

Margarete Lihotzky studierte ab 1915 als erste Frau Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule, in der Klasse von Oskar Strnad. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete sie für die Siedlerbewegung, auch mit Adolf Loos. 1926 holte sie Ernst May nach Frankfurt, wo sie die Frankfurter Küche entwickelte; 1930 ging sie mit Mays Gruppe in die Sowjetunion, 1938 nach Istanbul. Als Mitglied des kommunistischen Widerstands wurde sie 1941 in Wien verhaftet und war bis 1945 im Zuchthaus. Sie starb im Jänner 2000 in Wien.

Die Frankfurter Küche war eine Einbauküche für rund 10.000 Frankfurter Wohnungen: kurze Wege, Arbeitsfläche am Fenster, ein Klappbügelbrett und beschriftete Schütten für Vorräte. Für die Werkbundsiedlung 1932 entwarf Schütte-Lihotzky zwei Reihenhäuser mit eingebauten Möbeln. Nach 1945 plante sie in Wien Kindergärten, darunter den am Kapaunplatz in der Brigittenau, und Wohnbauten. Im Handel erscheinen Küchenteile aus Frankfurter Siedlungen, Pläne und ihre Schriften.

Originale Frankfurter Küchen wurden beim Umbau der Wohnungen oft entfernt; erhaltene Teile stammen meist aus Frankfurter Siedlungen und sind über die Siedlung, die Bauzeit und die Ausführung zu sichern. Nachbauten für Ausstellungen sind häufig, etwa für Museen und Messen. Typisch sind lackierte Holzfronten, Aluminiumschütten mit Aufschrift und Beschläge der späten 1920er Jahre.

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