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Material: Glas

Pressglas

In Formen mechanisch gepresstes Glas, seit den 1820er-Jahren als preiswerte Alternative zu geschliffenem Glas in Massen gefertigt.

Beim Pressglas drückt ein Stempel die zähflüssige Glasmasse in eine Metallform, die außen das Muster vorgibt. Das Verfahren wurde in den 1820er-Jahren in den USA entwickelt und verbreitete sich rasch in Europa. Pressglas ahmte Schliffmuster nach und machte Trinkgläser, Schalen, Zuckerdosen, Butterdosen und Leuchter für breite Schichten erschwinglich. In der Zwischenkriegszeit entstanden farbige Pressgläser im Stil des Art déco, und René Lalique nutzte gepresstes Glas für künstlerische Arbeiten.

Pressglas zeigt Formnähte, die als feine Linien über das Glas laufen. Kanten des Musters sind gerundet und weich, weil sie nicht geschliffen, sondern gepresst sind. Die Innenseite ist glatt, während das Muster nur außen liegt. Das Gewicht ist hoch, der Klang meist kurz. Geschliffenes Glas zeigt dagegen scharfe, polierte Kanten und Schleifspuren. Einige Hersteller pressten ihr Zeichen in den Boden, was die Zuordnung erleichtert.

Gewöhnliches Pressglas hat geringen Wert und ist in Haushalten weit verbreitet. Sammler suchen frühes Pressglas, Farbglas der Zwischenkriegszeit, Uranpressglas und Stücke mit Herstellerzeichen. Lalique-Gläser in Presstechnik werden als Kunstglas bewertet. Feuerpolierte Stücke ahmen Schliff besonders täuschend nach. Ausbrüche an Rändern und Spülmaschinentrübungen mindern den ohnehin geringen Wert weiter.

So prüfen Sie es

  • Formnähte
  • gerundete, weiche Musterkanten
  • glatte Innenseite
  • hohes Gewicht, kurzer Klang
  • eingepresste Herstellerzeichen

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.