Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Design des 20. Jahrhunderts im 9. Bezirk, 1090 Wien

Design aus dem Alsergrund: Singer & Dicker bis Kurt Ohnsorg

In der Wasserburggasse arbeiteten Franz Singer und Friedl Dicker, in der Porzellangasse Kurt Ohnsorg – der Alsergrund verbindet Ordinationsmöbel und Keramik der Moderne.

An Berggasse, Liechtensteinstraße und Währinger Straße dienten viele Wohnungen über Generationen zugleich als Ordination. Mit der Praxis wurden Wartezimmer und Sprechzimmer eingerichtet, und so finden sich hier Stahlrohrstühle, Untersuchungsleuchten, Schreibtische und Aktenschränke aus mehreren Jahrzehnten, oft neben dem Privatmobiliar der Familie. Wo Studierende und Klinikpersonal häufig wechseln, in den kleineren Wohnungen von Lichtental und Michelbeuern, kommen zudem Möbel der Sechziger- und Siebzigerjahre auf den Markt.

Franz Singer und Friedl Dicker betrieben ab 1925 ihr Atelier in der Wasserburggasse 2 und entwarfen dort Wohnungseinrichtungen, Stapel- und Klappmöbel für knappen Raum. Kurt Ohnsorg hatte ab 1955 seine Keramikwerkstatt in der Porzellangasse 26, jener Straße, die nach der früheren Porzellanmanufaktur benannt ist. Für Sigmund Freud, dessen Wohnung und Praxis in der Berggasse 19 lagen, entwarf Felix Augenfeld um 1930 einen Lesesessel; Leopold Bauer plante die Nationalbank am heutigen Otto-Wagner-Platz.

Wird eine Ordination aufgelöst, stehen Praxismöbel und Privatwohnung oft gleichzeitig zur Entscheidung; Fotos beider Bereiche erleichtern die Ersteinschätzung. Studiokeramik trägt meist eine Signatur oder Marke am Boden – fotografieren Sie diese ebenso wie die Unterseite von Möbeln. Stammt ein Stück aus jüdischem Familienbesitz vor 1938 oder wurde es in den Jahren danach gekauft, steht die Klärung seiner Herkunft vor jedem Preis.

Was in Alsergrund häufig auftaucht

  • Ordinationsmobiliar, Stahlrohrstühle und Praxisleuchten – Wohnungen mit Praxisräumen an Währinger Straße und Berggasse
  • Studiokeramik von Kurt Ohnsorg – Werkstatt in der Porzellangasse ab 1955
  • Möbel der 1960er- und 1970er-Jahre – kleinere Wohnungen mit wechselnder Mieterschaft in Lichtental und Michelbeuern

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 9. Bezirk.

Künstler

72

Manufakturen & Marken

65

Epochen & Stile

29

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Design des 20. Jahrhunderts

Was ist mit Möbeln aus Palisander?

Möbel mit Furnier aus Rio-Palisander unterliegen dem Artenschutz und benötigen für den Handel in der Regel eine Bescheinigung. Für Teak oder Nussbaum gelten diese Einschränkungen nicht. Welche Holzart vorliegt, zeigt sich an Maserung, Farbe und Herstellerangaben.

Kaufen Sie ganze Einrichtungen der Fünfzigerjahre?

Ja. Komplette Wohn- und Speisezimmer der Nachkriegszeit werden gesichtet, das Angebot kann einzelne Stücke oder die ganze Einrichtung umfassen. Was nach dem Ankauf in der Wohnung bleibt, räumt auf Wunsch unsere Wiener Schwesterseite.

Wie wichtig sind Kataloge und Rechnungen?

Originalrechnungen, Kataloge und Fotos aus der Entstehungszeit belegen Herkunft und Datierung und erleichtern die Bewertung. Bewahren Sie sie gemeinsam mit dem Möbel auf.

Ist mein Sessel ein Original oder eine Kopie?

Hinweise geben Etiketten, Stempel und Prägungen des Herstellers, Konstruktionsdetails und Materialien. Kopien ohne Lizenz haben oft abweichende Maße und einfachere Verarbeitung. Fotos von Unterseite und Gestell helfen bei der Ersteinschätzung.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.