Material: Hölzer & Möbelbau
Palisander
Dunkles, violettbraun gestreiftes Tropenholz der Gattung Dalbergia, verwendet für Möbel des Historismus und skandinavisches Design.
Palisander bezeichnet mehrere Arten der Gattung Dalbergia, vor allem den Rio-Palisander aus Brasilien und den Ostindischen Palisander. Das schwere, ölige Holz zeigt eine violett- bis schokoladenbraune Farbe mit schwarzen Adern. Im Zweiten Rokoko und im Historismus diente es als Furnier für Salonmöbel, Klaviere und Kassetten. In den 1950er- und 1960er-Jahren verarbeiteten dänische und schwedische Möbelfirmen Rio-Palisander für Sideboards, Tische und Sessel des Skandinavischen Designs.
Typisch sind die dunklen, unregelmäßigen Adern auf violettbraunem Grund und ein leichter, süßlicher Duft beim Bearbeiten. Das Holz ist schwer und fühlt sich ölig an. Die Poren sind grob und teilweise mit dunklen Stoffen gefüllt. Bei Möbeln der Nachkriegszeit liegt dünnes Furnier auf Spanplatte oder Tischlerplatte; an Kanten erkennt man die Furnierstärke. Gebeiztes Holz zeigt helle Stellen an Bruchkanten. Massive Teile zeigen eine dichte, feine Textur.
Möbel des Skandinavischen Designs in Rio-Palisander erzielen hohe Nachfrage, sofern Hersteller und Entwerfer nachweisbar sind. Für den Handel gelten jedoch Artenschutzvorschriften, die bei jüngeren Stücken Nachweise erfordern. Verwechselt wird Palisander oft mit dunkel gebeiztem Teak oder Nussbaum. Klaviere des Historismus mit Palisandergehäuse werden vor allem nach Hersteller und Spielzustand beurteilt.
So prüfen Sie es
- violett- bis schokoladenbraun mit schwarzen Adern
- schwer und leicht ölig
- grobe Poren
- dünnes Furnier auf Plattenwerkstoff bei Nachkriegsmöbeln
- Herstelleretiketten bei skandinavischem Design
Rio-Palisander (Dalbergia nigra) steht seit 1992 in CITES Anhang I und in Anhang A der VO (EG) 338/97. Für den Handel innerhalb der EU ist eine behördliche Bescheinigung nötig; ausgenommen sind bearbeitete Antiquitäten aus der Zeit vor 1947. Weitere Dalbergia-Arten unterliegen CITES Anhang II.
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