Wiener Moderne im 9. Bezirk, 1090 Wien
Wiener Moderne am Alsergrund: Freuds Berggasse 19
In der Berggasse 19 schrieb Freud die „Traumdeutung“. Der Alsergrund steht für die Wiener Moderne der Ärzte und Gelehrten – mit Bibliotheken und Erstausgaben.
Die Berggasse 19 war von 1891 bis zur Emigration 1938 Freuds Wohnung und Ordination; hier entstand die „Traumdeutung“, erschienen 1899. Das Sigmund Freud Museum macht die Räume zugänglich. Der Alsergrund war Zentrum der Wiener Medizinischen Schule, mit Josephinum, Altem AKH und Kliniken; Johann Theodor Jaegers Strudlhofstiege von 1910 bringt den Jugendstil in den Bezirk. Die Wiener Moderne hatte hier ihr Milieu der Ärzte, Gelehrten und Musiker – Arnold Schönberg wohnte in der Liechtensteinstraße.
Ärzte- und Professorenhaushalte des Alsergrunds hinterlassen Fachbibliotheken, Erstausgaben der Psychoanalyse, Sonderdrucke mit Widmungen, Grafik und Möbel der Jahrhundertwende. Bei Erstausgaben zählen Auflage, Umschlag und Widmung; Widmungsexemplare prüfen wir auf Handschrift und Herkunft. Viele dieser Wohnungen wurden 1938 geräumt, ihre Bewohner vertrieben – deshalb steht bei Büchern und Kunst die Klärung der Provenienz vor jedem Angebot.
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