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Tribal Art & außereuropäische Kunst im 21. Bezirk, 1210 Wien

Tribal Art aus Floridsdorf: Werkssiedlung, Winzerhaus, Kleingarten

Facharbeiterfamilien der Lokomotivfabrik, Winzerhäuser in Stammersdorf und Kleingärten am Bisamberg: In Floridsdorf finden sich Masken und Figuren aus Montage- und Urlaubsreisen.

Facharbeiter und Ingenieure aus den Floridsdorfer Industriebetrieben arbeiteten ab den 1960er-Jahren mitunter auf Montage in Afrika oder Südamerika; aus solchen Einsätzen stammen Holzmasken, Figuren, Messingarbeiten und Textilien in Gemeindebauwohnungen und Siedlungshäusern. In der Großfeldsiedlung und am Karl-Seitz-Hof stehen daneben Urlaubsandenken späterer Jahrzehnte. Winzerhäuser in Stammersdorf und Strebersdorf und die Kleingartenhäuser am Bisamberg bewahren auf Dachböden, in Presshäusern und Schuppen, was niemand mehr aufstellen wollte.

Für Stammeskunst gibt es in Floridsdorf keine Sammlungsgeschichte; die Brücke führt über die Industrie. Bis zur Schließung 1969 arbeiteten in der Lokomotivfabrik, daneben bei Lohner, Generationen von Facharbeitern, deren Berufswege nach dem Krieg mitunter ins Ausland führten. Messingguss aus Westafrika – Akan-Goldgewichte, Figuren aus dem Kameruner Grasland – entsteht im Wachsausschmelzverfahren, einer Technik, die jeder Gießer kennt. Das Bezirksmuseum im Mautner-Schlössl dokumentiert die Industriegeschichte des Bezirks.

Akan-Goldgewichte wurden über Jahrhunderte gegossen und im 20. Jahrhundert vielfach für den Verkauf nachgegossen; Abnutzung, Gussfehler und die Patina in den Vertiefungen helfen bei der Einordnung. Fotografieren Sie kleine Stücke auf einem Lineal. Die Besichtigung ist kostenlos, auch in Kleingartenhäusern an der Alten Donau oder Schuppen am Bisamberg. Das Angebot erhalten Sie nach der Prüfung.

Was in Floridsdorf häufig auftaucht

  • Akan-Goldgewichte und Gelbguss aus dem Kameruner Grasland – Mitbringsel aus Montageeinsätzen
  • Holzmasken und Textilien – Facharbeiterhaushalte in Gemeindebauten und Großfeldsiedlung
  • Reiseandenken auf Dachböden und in Schuppen – Winzerhäuser und Kleingärten am Bisamberg

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 21. Bezirk.

Künstler

4

Epochen & Stile

3

Materialien, Techniken & Punzen

7

Fragen zu Tribal Art & außereuropäische Kunst

Woran erkenne ich eine getragene afrikanische Maske?

An der Innenseite: Dort zeigen getragene Masken dunkle, glatt geriebene Stellen, Schweißspuren und ausgeweitete Befestigungslöcher. Außen sind Kanten und Nase abgegriffen, die Oberfläche ist unregelmäßig. Fotos von innen sind für die Einschätzung unverzichtbar.

Kaufen Sie Stücke ohne Herkunftsnachweis?

Bei vielen Objekten genügt ein plausibler Nachweis, dass sie seit Langem in Europa sind, etwa Erbunterlagen, alte Familienfotos oder Händleretiketten. Archäologische Funde, Objekte aus Benin und Stücke mit Verdacht auf Raub übernehmen wir ohne lückenlose Provenienz nicht. Im Zweifel klären wir die Lage vor dem Angebot.

Was ist Touristenkunst und hat sie Wert?

So nennt der Handel Stücke, die seit etwa 1950 für Reisende und den Export gefertigt wurden. Die meisten haben geringen Sammlerwert; signierte Makonde-Skulpturen, Tingatinga-Bilder und frühe Andenken der Kolonialzeit finden aber Käufer.

Kaufen Sie Objekte mit Federn, Fell oder Elfenbein?

Nur mit den Nachweisen, die das Artenschutzrecht verlangt. Elfenbein unterliegt seit 2022 besonders strengen EU-Regeln. Wir prüfen Material und Rechtslage bei der Besichtigung.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.