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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Ernst Lichtblau

Architekt, Designer, Lehrer, 1883–1963, Wien – Wien

Wagner-Schüler und freier Mitarbeiter der Wiener Werkstätte; leitete die Beratungsstelle für Inneneinrichtung im Karl-Marx-Hof.

Ernst Lichtblau stammte aus einer assimilierten jüdischen Familie; sein Vater führte eine Meerschaumpfeifenfabrik. Nach der Staatsgewerbeschule studierte er 1902–1905 bei Otto Wagner an der Akademie und unterrichtete 1906–1914 Möbelzeichnen an der Staatsgewerbeschule. 1910–1939 arbeitete er als freischaffender Architekt in Wien, 1910–1920 auch für die Wiener Werkstätte. 1939 emigrierte er über Großbritannien in die USA und lehrte an der Rhode Island School of Design. Er starb 1963 in Wien.

Lichtblau baute die Villa Filek in Hietzing (1913), ein Haus mit dunkelbraunem Majolikaschmuck der Firma Wienerberger, das sogenannte Schokoladenhaus, einen Teil des Paul-Speiser-Hofs und ein Doppelhaus der Werkbundsiedlung (1932). Im Karl-Marx-Hof führte er die Beratungsstelle für Inneneinrichtung, die Mietern günstige, zweckmäßige Möbel empfahl. Auf der Pariser Ausstellung 1925 erhielt er eine Goldmedaille. In Margareten erinnert der Ernst-Lichtblau-Park an ihn, in der Donaustadt die Lichtblaustraße.

Gegenstände nach Lichtblaus Entwürfen tragen, wenn sie über die Wiener Werkstätte vertrieben wurden, deren Marken; ein Entwerfermonogramm ist nicht in jedem Fall vorhanden. Möbel aus der Beratungsstelle waren Serienprodukte und sind über Kataloge und Ausstellungsfotos zuzuordnen. Bei Majolika-Bauschmuck von Wienerberger helfen Firmenstempel auf der Rückseite der Platten. Kataloge der Pariser Ausstellung 1925 erleichtern die Zuordnung ausgestellter Stücke.

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