Manufaktur: Glas & Kristall
J. & L. Lobmeyr
Wien, seit 1823
Wiener Glas- und Lusterhaus, 1823 gegründet, seit 1895 in der Kärntner Straße; Trinkservice und Luster nach Entwürfen von Hansen bis Loos.
Josef Lobmeyr eröffnete 1823 in Wien eine Glashandlung, die seine Söhne Josef und Ludwig als J. & L. Lobmeyr fortführten. Ludwig Lobmeyr (1829–1917) ließ in böhmischen Hütten und Raffinerien nach eigenen Vorgaben arbeiten und zog Architekten wie Theophil Hansen als Entwerfer heran. In den 1880er-Jahren gehörte das Haus zu den ersten, die elektrisch beleuchtete Luster bauten. Nach seinem Tod 1917 übernahm sein Neffe Stefan Rath die Leitung; das Unternehmen blieb seither in Familienbesitz.
Das Trinkservice Nr. 4 aus hauchdünnem Musselinglas geht auf Ludwig Lobmeyr selbst zurück und wird seit 1856 erzeugt. Josef Hoffmann entwarf ab etwa 1910 Gläser mit schwarzem Bronzitdekor, Adolf Loos 1931 das geschliffene Trinkservice Nr. 248, Oswald Haerdtl in den 1920er-Jahren weitere Service. Im Lusterbau reicht die Linie von Kristallustern für Palais und Theater bis zu den sternförmigen Lustern, die Hans Harald Rath 1966 für die Metropolitan Opera in New York schuf.
Historistische Emailgläser tragen häufig die gemalte Signatur „J. & L. Lobmeyr Wien“. Im 20. Jahrhundert setzte sich ein kleines geätztes Firmenzeichen am Boden durch, viele Gläser blieben jedoch ungemarkt. Weil zahlreiche Modelle seit Jahrzehnten unverändert gefertigt werden, unterscheiden Abnutzung am Standring, Etiketten und Rechnungen ältere von neuen Stücken. Böhmische Nachahmungen des Loos-Service erkennt man meist an dickerer Wandung, höherem Gewicht und weniger scharf polierten Schliffkanten.
Entwerfer & Personen
J. & L. Lobmeyr verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Établissements Galléum 1873–1936
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Nachtmannseit 1834
- Orreforsseit 1898
- Pallme-Königum 1890 bis um 1930
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