Material: Email, Steine & Schmuck
Böhmischer Granat
Dunkelroter Pyrop aus Nordböhmen, im 19. Jahrhundert in dicht besetztem Granatschmuck verarbeitet, mit Zentrum in Turnau.
Der Böhmische Granat ist ein Pyrop aus Lagerstätten im Böhmischen Mittelgebirge. Die meist kleinen Steine zeigen ein tiefes, leicht bräunliches Rot. Im 19. Jahrhundert wurde Granatschmuck zur böhmischen Spezialität: Broschen, Armbänder, Ohrgehänge, Kreuze und Kämme, dicht mit kleinen Rosen- oder Facettensteinen besetzt. Zentrum der Verarbeitung war Turnau, das heutige Turnov. Im Biedermeier und Historismus trugen Frauen in ganz Mitteleuropa solchen Schmuck, gefasst in Gold, vergoldetem Silber oder vergoldetem Tombak.
Granatschmuck zeigt viele kleine, eng gesetzte Steine in Rosen- oder Facettenschliff. Die Fassungen sind oft niedrig legiertes Gold, vergoldetes Silber oder Tombak, gestempelt oder unbezeichnet. Ein starker Neodym-Magnet zieht lose Granate leicht an, Glas reagiert nicht. Unter der Lupe zeigen Glasimitationen runde Bläschen und weichere Kanten. Echte Granate sind hart und kaum zerkratzt. Fehlende Steine wurden häufig ersetzt, oft durch rotes Glas. Die Rückseite zeigt die Art der Fassung, offen oder geschlossen.
Granatschmuck des 19. Jahrhunderts in Gold und vollständiger Steinbesetzung ist gesucht, Stücke in Tombak werden niedriger bewertet. Ersetzte Glassteine und verbogene Fassungen mindern den Wert. Moderner Granatschmuck aus Turnov trägt Herstellermarken und wird nach Metall und Gestaltung bewertet. Lose Granate allein haben geringen Materialwert.
So prüfen Sie es
- tiefrote, kleine, eng gesetzte Steine
- Rosen- oder Facettenschliff
- leichter Magnetzug an losen Steinen
- Fassungen aus Gold, Silber oder Tombak
- Glasersatz mit Bläschen
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