Neogotik im 20. Bezirk, 1200 Wien
Neogotik in der Brigittenau: die Brigittakirche am Brigittaplatz
Friedrich von Schmidt baute 1867–1873 die neugotische Brigittakirche – als die Brigittenau noch Teil der Leopoldstadt und Augebiet am Strom war.
Ältester Bau des Bezirks ist die Brigittakapelle von 1651, die Erzherzog Leopold Wilhelm stiftete, nachdem 1645 schwedische Truppen Wien bedroht hatten; um sie entwickelten sich Gasthäuser und der Brigittenauer Kirchtag. Die neugotische Brigittakirche am Brigittaplatz entstand 1867–1873 nach Plänen Friedrich von Schmidts, kurz bevor Donauregulierung und Nordwestbahnhof das Augebiet in ein Arbeiter- und Industrieviertel verwandelten. 1900 trennte man die Brigittenau als 20. Bezirk von der Leopoldstadt.
Maler und Stecher des 18. und 19. Jahrhunderts hielten den Brigittenauer Kirchtag gern im Bild fest; Biedermeier-Grafik mit Volksfestszenen und Ansichtskarten der Brigittakapelle gehören zu den Sammelgebieten des Bezirks. Aus Haushalten kommen außerdem Andachtsbilder, Hausaltäre und Gebetbücher, Emailgeschirr und Alltagsporzellan. Kolorierte Grafik prüfen wir auf Druckverfahren, Papier und Kolorit, das bei Blättern des 19. Jahrhunderts von Hand aufgetragen wurde. Hausrat aus Gemeindebau- und Altbauwohnungen bewerten wir bei derselben Besichtigung.
Neogotik in anderen Bezirken
Alsergrund
Votivkirche von Heinrich von Ferstel (1856–1879).
Innere Stadt
Rathaus von Friedrich von Schmidt (1872–1883).
Neubau
Lazaristenkirche in der Kaiserstraße von Friedrich von Schmidt.
Landstraße
Pfarrkirche St. Othmar unter den Weißgerbern von Friedrich von Schmidt.
Rudolfsheim-Fünfhaus
Pfarrkirche Maria vom Siege von Friedrich von Schmidt.
Währing
Weinhauser Pfarrkirche in der Gentzgasse von Friedrich von Schmidt.
Wieden
Elisabethkirche am St.-Elisabeth-Platz aus den 1860er-Jahren.
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