Zwischengoldgläser
Gläser mit radierter Gold- oder Silberfolie zwischen zwei Glasschichten, böhmisch des 18. Jahrhunderts oder aus der Werkstatt Mildners.
Beim Zwischengoldglas wird radierte Gold- oder Silberfolie zwischen zwei genau ineinander geschliffene Glaswandungen eingeschlossen, oft ergänzt durch rote oder grüne Lackmalerei. Die Technik blühte in Böhmen um 1730 bis 1750, mit Jagdszenen, Heiligen, Wappen und Ornamenten auf Bechern und Pokalen. Johann Josef Mildner aus Gutenbrunn im Waldviertel entwickelte ab den 1780er-Jahren eine eigene Form: Er setzte Medaillons mit Porträts, Monogrammen, Wappen und Inschriften in die Wandung oder den Boden von Bechern ein. Viele seiner Gläser sind datiert und signiert.
Zwischengoldgläser des 18. Jahrhunderts und Arbeiten Mildners sind selten und gesucht. Bewertet werden Alter, Qualität der Radierung, Zustand der Goldfolie und des Glases. Eindringende Feuchtigkeit zwischen den Glasschichten führt zu Trübungen und Ablösungen der Folie und mindert erheblich. Bestoßungen am Rand, wo die Glasschichten zusammentreffen, sind häufig. Im Historismus und im 20. Jahrhundert entstanden Nachahmungen, deren Radierung schematischer ist. Eine Prüfung im Original klärt Technik und Alter.
Woran man es erkennt
- Radierte Goldfolie
- Medaillons von Mildner
- Feuchtigkeit zwischen den Schichten
- Nachahmungen des Historismus
Künstler & Entwerfer
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