Manufaktur: Musikinstrumente
Blüthner
Leipzig, seit 1853
Leipziger Klavierfabrik, 1853 von Julius Blüthner gegründet, bekannt für die Aliquotsaite als vierte, nicht angeschlagene Saite im Diskant.
Julius Blüthner gründete 1853 in Leipzig eine Werkstatt für Klaviere und Flügel und baute sie zu einer der großen deutschen Klavierfabriken aus. 1873 ließ er die Aliquotbesaitung patentieren, bei der im Diskant eine zusätzliche, nicht angeschlagene Saite mitschwingt und den Klang anreichert. Blüthner lieferte an Höfe und Konzertsäle in ganz Europa. 1972 wurde der Betrieb in der DDR verstaatlicht und 1990 an die Familie zurückgegeben, die ihn bis heute in Leipzig führt.
Gesucht sind Flügel und Pianinos aus der Zeit vor 1939 mit Aliquotbesaitung, Konzertflügel, Salonflügel in Gehäusen aus Palisander und Nussholz, Kunstgehäuse im Stil des Historismus und des Jugendstils sowie Pianinos mit Kerzenhaltern und Schnitzerei. Instrumente aus der DDR-Produktion sind zahlreicher und werden anders bewertet. Selbstspielende Instrumente und Sondergehäuse nach Entwürfen von Architekten und Designern haben eigene Sammlerkreise. Flügel mit originalem Notenpult und passender Klavierbank sind vollständiger.
Die Seriennummer findet sich auf dem Gussrahmen und im Instrument; Nummernlisten erlauben eine Datierung. Wir prüfen Resonanzboden, Stimmstock, Aliquotsaiten, Mechanik und Gehäuse. Bei Instrumenten mit Aliquotbesaitung soll die vierte Saite vorhanden und gestimmt sein. Gerissene Resonanzböden, lockere Stimmwirbel und Mottenschäden an den Filzen mindern den Wert. Ein Flügel aus einer Altbauwohnung braucht beim Abtransport Erfahrung, geeignete Gurte und ausreichend Personal.
Entwerfer & Personen
- Julius Blüthner
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