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Manufaktur: Möbel

Carl Leistler

Wien, erste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre

Wiener Hof-Bautischler des Vormärz; Ausstattung des Palais Liechtenstein mit Michael Thonet, Möbel im neugotischen und Neorokoko-Stil.

Carl Leistler (1805–1857) führte in Wien eine der größten Bau- und Möbeltischlereien der Monarchie und trug den Titel eines k. k. Hof-Bautischlers. In den 1840er-Jahren leitete er die Ausstattung des Stadtpalais Liechtenstein, für die er Parkettböden, Vertäfelungen und Möbel lieferte; Michael Thonet arbeitete von 1843 bis 1846 in diesem Rahmen für ihn. Auf der Londoner Weltausstellung 1851 zeigte Leistler Möbel, die Aufsehen erregten. Als Hof-Bautischler gehörte er zu den wichtigsten Auftragnehmern des Hofes im Vormärz.

Leistler fertigte Parkettböden mit Intarsien, Vertäfelungen, Türen und Möbel für Schlösser, Palais und Kirchen. Im Palais Liechtenstein entstanden Sessel und Tische im Stil des Neorokoko, deren gebogene Teile auf Verfahren Thonets zurückgehen. Für London 1851 schuf die Werkstatt Möbel im neugotischen Stil mit reicher Schnitzerei. Kleinere Möbel für das Bürgertum ergänzten die großen Aufträge. Die Parkettböden des Palais Liechtenstein gelten als Hauptwerk der Werkstatt.

Leistler-Möbel sind kaum gemarkt; Zuschreibungen stützen sich auf Aufträge, Archivalien und Vergleich mit gesicherten Stücken in Palais Liechtenstein und Museen. Neorokoko-Möbel des Vormärz sind im Handel häufig, eine Zuordnung zu Leistler ohne Beleg ist nicht möglich. Bei Parkettfragmenten und Vertäfelungen aus Abbrüchen zählen Herkunftsnachweis und Erhaltung; Denkmalschutz kann den Ausbau einschränken. Ältere Restaurierungsberichte können Hinweise geben. Fotos aus dem 19. Jahrhundert zeigen viele Räume.

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