Manufaktur: Möbel
Jacob & Josef Kohn
Wien, Fabriken in Wsetin (Mähren), ab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
Wiener Bugholzfirma mit Fabrik in Wsetin; Hauptkonkurrent von Thonet und Ausführende von Entwürfen Josef Hoffmanns, Otto Wagners und Adolf Loos'.
Jacob Kohn und sein Sohn Josef führten ab der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Holzhandel und begannen in den späten 1860er-Jahren, selbst Bugholzmöbel zu erzeugen. Die Fabrik in Wsetin in Mähren und weitere Werke machten Jacob & Josef Kohn zum größten Konkurrenten von Gebrüder Thonet. Um 1900 suchte die Firma die Zusammenarbeit mit Architekten der Wiener Moderne und zeigte auf der Pariser Weltausstellung 1900 Einrichtungen nach Gustav Siegel. 1914 schloss sie sich mit der Mundus AG zusammen.
Für das Café Museum lieferte Kohn 1899 den Sessel nach Adolf Loos, für die Postsparkasse Otto Wagners Fauteuils nach einem Modell von Gustav Siegel. Josef Hoffmann entwarf um 1905 den verstellbaren Lehnsessel Sitzmaschine und Möbel für das Kabarett Fledermaus. Koloman Moser und Otto Prutscher lieferten weitere Modelle. Typisch für die Kohn-Möbel der Moderne sind Kugeln an den Verbindungen, quadratische Rahmen und Sperrholzsitze mit Lochmustern.
Kohn-Möbel tragen Brandstempel oder Papieretiketten mit „J. & J. Kohn Wien“ und Modellnummern, nach 1914 Kennzeichen von Mundus. Weil Thonet und Kohn ähnliche Modelle anboten, entscheidet die Marke über die Zuschreibung; die Kataloge klären die Entwerfer. Möbel nach Hoffmann und Wagner wurden später von anderen Firmen nachgebaut. Ersetzte Sitze, nachträglich gebeizte Oberflächen und gelockerte Verbindungen sind die häufigsten Mängel. Originale Kataloge sind als Nachdrucke greifbar.
Entwerfer & Personen
- Jacob Kohn
- Josef Kohn
- Josef Hoffmann
- Otto Wagner
- Adolf Loos
- Gustav Siegel
- Koloman Moser
- Otto Prutscher
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Ebenfalls: Möbel
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Cassinaseit 1927
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Friedrich Otto Schmidtzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Fritz Hansenseit 1872
- Haus & Gartenseit 1925
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Kartellseit 1949
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
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