Manufaktur: Möbel
Mundus
Wien, 1907–1922, danach Thonet-Mundus
Wiener Bugholzkonzern, 1907 gegründet; vereinigte 1914 mit Kohn und 1922 mit Thonet die großen Bugholzfabriken der Monarchie.
Der Industrielle Leopold Pilzer gründete 1907 in Wien die Mundus AG, die mehrere Bugholzfabriken in Österreich-Ungarn übernahm und zum großen Konkurrenten von Thonet und Kohn aufstieg. 1914 schloss sich Jacob & Josef Kohn dem Konzern an. Nach dem Ersten Weltkrieg lagen die meisten Werke in der Tschechoslowakei, in Polen und Jugoslawien. 1922 vereinigte sich Mundus mit Gebrüder Thonet zur Thonet-Mundus, die in der Zwischenkriegszeit die Bugholzproduktion Mitteleuropas weitgehend kontrollierte.
Mundus fertigte das gesamte Spektrum an Bugholzmöbeln: Sessel, Fauteuils, Schaukelfauteuils, Tische, Garderoben, Bänke und Kindermöbel, zum Teil nach eigenen Entwürfen, zum Teil nach Modellen, die nach Ablauf der Patente von Thonet übernommen wurden. Gustav Siegel blieb nach der Fusion von 1914 bei Mundus und leitete später das Entwicklungsbüro von Thonet-Mundus. Der Konzern lieferte Kaffeehäuser, Gaststätten, Theater und Schulen in großen Mengen.
Mundus-Möbel tragen Brandstempel oder Papieretiketten mit „Mundus“ und Modellnummer, nach 1914 auch kombinierte Kennzeichen mit Kohn, nach 1922 „Thonet-Mundus“. Weil die Modelle mit Thonet und Kohn nahezu übereinstimmen, ist die Marke entscheidend. Fehlende Etiketten lassen nur die Angabe „Bugholz, Mitteleuropa“ zu. Kaffeehaussessel sind zahlreich vorhanden; Seltenheit des Modells, Zustand und originaler Sitz bestimmen das Interesse. Firmenkataloge dokumentieren die Modelle. Gebrochene Biegungen mindern.
Entwerfer & Personen
- Leopold Pilzer
- Gustav Siegel
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Sparten
Ebenfalls: Möbel
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Cassinaseit 1927
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Friedrich Otto Schmidtzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Fritz Hansenseit 1872
- Haus & Gartenseit 1925
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Kartellseit 1949
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
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