Carl Leistler im 1. Bezirk, 1010 Wien
Carl Leistler und das Stadtpalais Liechtenstein: Möbel des Vormärz
In den 1840er-Jahren stattete der Hof-Bautischler Carl Leistler das Stadtpalais Liechtenstein aus – mit Michael Thonet als Mitarbeiter.
Das Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse nahe dem Minoritenplatz erhielt in den 1840er-Jahren eine neue Ausstattung im Stil des Neorokoko; die Leitung lag bei Carl Leistler, k. k. Hof-Bautischler und Inhaber einer der größten Bau- und Möbeltischlereien der Monarchie. Er lieferte Parkettböden, Vertäfelungen und Möbel. Von 1843 bis 1846 arbeitete Michael Thonet in diesem Rahmen für ihn, ehe er eine eigene Werkstatt gründete. Auf der Londoner Weltausstellung 1851 zeigte Leistler Möbel, die Aufsehen erregten.
Möbel aus Leistlers Werkstatt sind selten bezeichnet; Zuschreibungen beruhen auf dem Vergleich mit dem Liechtenstein-Ensemble, mit Ausstellungsstücken von 1851 und mit Entwurfszeichnungen. Typisch sind Neorokoko- und neugotische Formen, aufwendige Schnitzereien und Intarsien. Frühe Arbeiten Thonets aus dieser Zeit verwenden verleimte Furnierschichten, noch nicht das spätere Biegen von massivem Holz. Wir untersuchen Konstruktion, Holz und Oberfläche und bewerten Möbel des Vormärz aus Palais- und Ringstraßenwohnungen vor Ort.
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