Manufaktur: Möbel
Friedrich Otto Schmidt
Wien, zweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
Wiener Kunsttischlerei und Einrichtungshaus; Stilmöbel nach historischen Vorbildern und Ausführung von Möbeln für Adolf Loos.
Das Einrichtungshaus Friedrich Otto Schmidt zählte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zu den angesehenen Wiener Kunsttischlereien und Ausstattern. Es fertigte vollständige Einrichtungen für Wohnungen, Palais und Geschäfte und unterhielt eigene Werkstätten für Tischlerei, Polsterei und Dekoration. Neben eigenen Modellen führte die Firma Entwürfe von Architekten aus. Adolf Loos ließ Möbel für seine Interieurs bei Friedrich Otto Schmidt ausführen, was dem Haus einen festen Platz in der Geschichte der Wiener Moderne gab.
Bekannt sind Nachbildungen englischer, französischer und österreichischer Möbel des 18. Jahrhunderts, etwa Chippendale- und Sheraton-Sessel, Kommoden und Vitrinen, die auch Loos als zeitgemäß ansah und in seine Wohnungseinrichtungen übernahm. Dazu kommen Clubfauteuils, Bibliotheken, Speisezimmer und Vertäfelungen aus Mahagoni, Eiche und Nussholz. Die Ausführung zeichnet sich durch massive Hölzer, sorgfältige Verbindungen und gute Beschläge aus. Für Geschäfte entstanden Ladeneinrichtungen und Vitrinen.
Möbel tragen gelegentlich Etiketten, Brandstempel oder Messingschilder mit dem Firmennamen. Viele Stücke sind ungezeichnet und lassen sich nur über Rechnungen, Fotos oder Raumzusammenhänge zuordnen. Bei Möbeln aus Loos-Interieurs ist die Provenienz entscheidend, da Stilmöbel ähnlicher Art auch andere Firmen herstellten. Nachträglich aufpolierte Oberflächen und erneuerte Lederbezüge verändern den Charakter und sind zu dokumentieren. Rechnungen sind selten erhalten. Fotos aus Zeitschriften helfen bei der Zuordnung.
Entwerfer & Personen
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Sparten
Ebenfalls: Möbel
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Cassinaseit 1927
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Fritz Hansenseit 1872
- Haus & Gartenseit 1925
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Kartellseit 1949
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
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