Manufaktur: Möbel
Prag-Rudniker Korbwarenfabrikation
Wien, Produktion in Galizien und Böhmen, um 1900 bis Zwischenkriegszeit
Korbmöbelfirma mit Wiener Niederlage; Flechtmöbel um 1900, unter anderem nach Entwürfen von Hans Vollmer und Josef Hoffmann.
Die Prag-Rudniker Korbwarenfabrikation verband Werkstätten im galizischen Rudnik, einem Zentrum der Korbflechterei, mit Betrieben in Böhmen und einer Niederlage in Wien. Um 1900 gehörte sie zu den Firmen, die Flechtmöbel aus Weide und Rattan für Wohnungen, Wintergärten, Kurhäuser und Hotels lieferten. Auf Kunstgewerbeausstellungen in Wien zeigte sie Modelle nach Entwürfen von Architekten der Moderne. Die Firma bestand bis in die Zwischenkriegszeit.
Typisch sind Fauteuils, Sofas, Tische, Blumenständer und Paravents aus geflochtener Weide auf Holzgestellen, im Jugendstil mit geometrischen Mustern, geraden Linien und Durchbrechungen. Entwürfe lieferten unter anderem Hans Vollmer und Josef Hoffmann, deren Modelle die Strenge der Wiener Moderne in die Korbflechterei übertrugen. Dazu kamen Korbwaren für den Haushalt und Reisekörbe. Viele Modelle wurden naturbelassen, andere weiß oder farbig lackiert angeboten.
Prag-Rudniker-Möbel sind selten gekennzeichnet; gelegentlich finden sich Metallplaketten oder Etiketten. Zuschreibungen stützen sich auf Kataloge, Zeitschriften der Zeit und Vergleichsstücke in Museen wie dem MAK. Flechtmöbel sind empfindlich: gebrochene Weidenstäbe, ausgefranste Kanten und spätere Lackschichten sind häufig. Fachgerechte Reparaturen verwenden gleichartiges Material und erhalten die ursprüngliche Flechtung. Ungemarkte Flechtmöbel ähnlicher Art stammen aus vielen Werkstätten Mitteleuropas. Lackschichten verdecken oft Schäden.
Entwerfer & Personen
- Hans Vollmer
- Josef Hoffmann
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Ebenfalls: Möbel
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Cassinaseit 1927
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Friedrich Otto Schmidtzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Fritz Hansenseit 1872
- Haus & Gartenseit 1925
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Kartellseit 1949
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
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