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Manufaktur: Möbel

Deutsche Werkstätten Hellerau

Dresden-Hellerau, seit 1898

Dresdner Möbelwerkstätten, 1898 von Karl Schmidt gegründet; Maschinenmöbel nach Richard Riemerschmid und Typenmöbel der Reformbewegung.

Der Tischler Karl Schmidt gründete 1898 die Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst, die sich 1907 mit den Münchner Werkstätten für Wohnungseinrichtung zu den Deutschen Werkstätten vereinigten. Ab 1909 entstand am Stadtrand von Dresden die Gartenstadt Hellerau mit neuen Fabrikgebäuden nach Plänen von Richard Riemerschmid. Die Werkstätten waren ein Zentrum der Reformbewegung und des Deutschen Werkbunds. Nach 1945 wurden sie verstaatlicht, nach 1990 privatisiert; heute fertigen sie Innenausbauten für Yachten und Bauten.

Richard Riemerschmid entwarf ab 1906 die Maschinenmöbel, schlichte, maschinell vorgefertigte Möbel in Serie, die zu erschwinglichen Preisen ganze Zimmer bildeten. Weitere Entwürfe lieferten Bruno Paul, Karl Bertsch und andere Architekten. In den 1920er- und 1930er-Jahren folgten Anbaumöbel und Typenmöbel, die sich kombinieren ließen. Neben Möbeln vertrieben die Werkstätten Stoffe, Tapeten, Leuchten und Gerät. Die Möbel wurden über eigene Verkaufsstellen in mehreren deutschen Städten vertrieben.

Möbel tragen häufig Brandstempel, eingeprägte Zeichen oder Etiketten mit „Deutsche Werkstätten“ oder „DeWe“, mitunter mit Modellnummern und Ortsangabe Hellerau. Kataloge der Werkstätten erlauben die Zuordnung der Modelle zu Entwerfern. DDR-Produktion aus Hellerau trägt eigene Kennzeichen. Bei Reformmöbeln zählen originale Oberfläche, Beschläge und Vollständigkeit von Zimmergarnituren. Garnituren der Maschinenmöbel wurden in mehreren Holzarten und Ausstattungsstufen angeboten. Ergänzte oder ausgetauschte Teile sind an abweichendem Holz und Beschlägen erkennbar.

Entwerfer & Personen

  • Karl Schmidt
  • Richard Riemerschmid
  • Bruno Paul
  • Karl Bertsch

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