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Material: Punzen & Marken

Fiskalstempel

Zusatzstempel auf österreichischem Silber aus der Zeit der napoleonischen Kriege, als Silbergerät zur Besteuerung vorgelegt werden musste.

Zur Finanzierung der Kriege gegen Napoleon griff der österreichische Staat ab 1806 auf das Silber von Privatpersonen, Klöstern und Kirchen zurück. Silbergegenstände mussten vorgelegt werden; wer die festgesetzte Abgabe entrichtete, durfte sie behalten. Als Nachweis erhielten die Stücke einen zusätzlichen Fiskalstempel. Die Stempel stammen aus den Jahren bis 1809 und finden sich deshalb nur auf Silber, das zu diesem Zeitpunkt bereits existierte.

Der Fiskalstempel steht neben dem älteren Beschauzeichen und der Meistermarke und wirkt oft wie ein Fremdkörper, weil er nachträglich auf ein fertiges Stück geschlagen wurde. Er ist klein und sitzt häufig an Rand oder Boden. Stücke aus Rokoko und Josephinischem Stil tragen ihn ebenso wie frühes Empire. Die genaue Form lässt sich in Punzenlexika zu Wiener Silber nachschlagen. Auf Besteck sitzt er meist am Stiel.

Der Stempel ist ein starkes Datierungsindiz: Ein Stück mit Fiskalstempel ist spätestens um 1809 entstanden. Sammler schätzen ihn als Beleg einer Zeit, in der große Mengen Silber eingeschmolzen wurden. Nachträglich eingeschlagene Fiskalstempel auf jüngeren Stücken fallen durch Widersprüche zu Form und Meistermarke auf.

So prüfen Sie es

  • kleiner Zusatzstempel neben dem Beschauzeichen
  • nachträglich auf ein fertiges Stück geschlagen
  • Stücke aus der Zeit vor 1810
  • Abgleich mit Punzenlexika
  • Widerspruch zum Stil als Fälschungsindiz

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.