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Material: Punzen & Marken

Lobmeyr-Signatur

Gemalte, geätzte oder auf Etiketten gedruckte Kennzeichnung der Wiener Glasfirma J. & L. Lobmeyr, auf vielen Gläsern jedoch fehlend.

J. & L. Lobmeyr, 1823 in Wien gegründet, ließ Glas in böhmischen Hütten und Raffinerien nach eigenen Entwürfen fertigen und verkaufte es in Wien. Historistische Emailgläser des späten 19. Jahrhunderts tragen häufig eine gemalte Signatur „J. & L. Lobmeyr Wien“, oft in Gold oder Email am Boden. Im 20. Jahrhundert setzte sich ein kleines geätztes Firmenzeichen am Fuß durch. Trinkservice, Lusterbehänge und Schalen wurden aber vielfach ohne jede Marke ausgeliefert, allenfalls mit Papieretikett.

Gemalte Signaturen sitzen unter dem Boden und sind mit eingebrannt, also nicht abwischbar. Geätzte Zeichen erscheinen matt, scharf begrenzt und klein, häufig am Rand des Fußes. Eine glänzende, eingeritzte Signatur ist untypisch. Papieretiketten sind oft verloren, Klebstoffreste deuten auf ein früheres Etikett. Für ungemarkte Gläser zählen Form, Schliff, Wandstärke und der Vergleich mit den Katalogen der Firma, etwa beim Trinkservice Nr. 4 aus Musselinglas.

Eine Signatur stützt die Zuschreibung, ihr Fehlen macht ein Glas nicht automatisch fremd. Da viele Modelle seit Jahrzehnten gefertigt werden, unterscheiden Abnutzung am Standring und Begleitunterlagen alte von neuen Gläsern. Böhmische Nachahmungen, etwa des Trinkservice von Adolf Loos, zeigen dickere Wände und weichere Schliffkanten.

So prüfen Sie es

  • gemalte Signatur „J. & L. Lobmeyr Wien“
  • kleines geätztes Firmenzeichen
  • Papieretikett oder Klebstoffreste
  • viele Gläser ungemarkt
  • dünne Wandung und scharfe Schliffkanten

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.