Material: Punzen & Marken
Meistermarke
Zeichen eines Gold- oder Silberschmieds oder einer Firma, meist Initialen in einer Umrahmung, Grundlage jeder Zuschreibung.
Die Meistermarke weist aus, welche Werkstatt ein Edelmetallstück gefertigt oder zur Prüfung eingereicht hat. Zünfte verlangten sie seit dem Mittelalter, später die staatlichen Punzierungsgesetze. Meist zeigt sie Initialen in einem Rechteck, Oval, Schild oder Kleeblatt, mitunter mit einem Bildzeichen. In Frankreich ist die Meistermarke für massives Silber und Gold rautenförmig; im 19. Jahrhundert setzten Fabriken zunehmend vollständige Firmennamen ein. Oft steht sie unmittelbar neben der Feingehaltspunze.
Die Marke steht neben der Feingehaltspunze und wird mit Punzenlexika abgeglichen, in Wien etwa „JCK“ für J. C. Klinkosch oder „M&K“ für Mayerhofer & Klinkosch. Umrahmung und Buchstabenform ändern sich mit den Jahren und helfen bei der Datierung. Unter der Lupe zeigen echte Marken scharfe Kanten und einen klaren Grund. Doppelt oder leicht versetzt eingeschlagene Marken sind normal. Mehrere Marken nebeneinander können Hersteller und Händler bezeichnen.
Eine identifizierte Marke kann den Wert eines Stücks vervielfachen, besonders bei der Wiener Werkstätte, bei Fabergé oder der Georg Jensen Sølvsmedie. Genau deshalb werden diese Marken häufig gefälscht. Widersprüche zwischen Marke, Punzenperiode, Stil und Verarbeitung entlarven die meisten Fälschungen. Marken kleiner, unbekannter Werkstätten belegen immerhin Herkunft und Zeit.
So prüfen Sie es
- Initialen in Rechteck, Oval oder Schild
- rautenförmige Umrahmung in Frankreich
- Firmenname bei Fabrikware
- scharfe Kanten unter der Lupe
- Abgleich mit Punzenlexika
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