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Material: Punzen & Marken

Wiener Beschauzeichen

Amtliches Prüfzeichen für Wiener Silber vor 1866, das mit Jahreszahl und Lötigkeit eine Datierung auf das Jahr erlaubt.

Das Beschauzeichen bestätigte, dass ein Gold- oder Silberstück den vorgeschriebenen Feingehalt hatte. In Wien enthielt es bis zur Reform von 1866 die Jahreszahl der Prüfung und die Lötigkeit, meist 13 Lot. Damit lässt sich Wiener Silber aus Klassizismus, Empire, Biedermeier und Vormärz oft auf das Jahr genau datieren. Zusammen mit der Meistermarke bildet das Beschauzeichen das wichtigste Werkzeug zur Zuordnung Wiener Gold- und Silberschmiedearbeiten.

Die Jahreszahl ist auf abgenutzten Stücken oft nur teilweise lesbar; Streiflicht und Lupe helfen, die Ziffern zu rekonstruieren. Das Zeichen sitzt meist am Rand, am Boden oder am Stielende. Mehrteilige Stücke tragen es an jedem Teil, was bei ergänzten Deckeln oder ersetzten Füßen unterschiedliche Jahreszahlen ergeben kann. Für Varianten und Meister dienen die Punzenlexika von Waltraud Neuwirth als Standardwerke. Gravuren aus späterer Zeit können Ziffern teilweise überdecken.

Ein lesbares Beschauzeichen hebt Wiener Silber deutlich über den Materialwert, weil es Ort und Jahr belegt. Unterschiedliche Jahreszahlen an Korpus und Deckel mindern den Wert. Eingelötete Marken, die aus beschädigten Altstücken herausgeschnitten wurden, sind eine bekannte Fälschungsmethode und zeigen sich an feinen Lötnähten rund um die Punze.

So prüfen Sie es

  • Jahreszahl im Prüfzeichen
  • Lötigkeit, meist „13“
  • Meistermarke daneben
  • Marken an allen Teilen mehrteiliger Stücke
  • Lötnähte um eine Punze als Warnsignal

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.