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Material: Hölzer & Möbelbau

Wiener Geflecht

Achteckiges Geflecht aus Rohrstreifen der Rattanpalme, bekannt von den Sitzen der Thonet-Sessel und Wiener Kaffeehausmöbel.

Das Wiener Geflecht besteht aus schmalen, glänzenden Streifen der Rinde der Rattanpalme, im Handel Stuhlrohr genannt. Sie werden in sechs Richtungen verflochten, sodass ein achteckiges Muster mit offenen Feldern entsteht. Gebrüder Thonet machte das Geflecht mit dem Sessel Nr. 14 ab 1859 weltweit bekannt; Kaffeehaussessel, Schaukelfauteuils und Bänke in ganz Europa übernahmen es. Das leichte, luftdurchlässige Geflecht passte zur Serienfertigung zerlegbarer Möbel.

Handgeflochtene Sitze sind durch eine Reihe gebohrter Löcher im Sitzrahmen gezogen. Maschinell vorgefertigtes Rollengeflecht wird dagegen in eine umlaufende Nut gedrückt und mit einem Keil befestigt. Altes Geflecht ist gelblich nachgedunkelt und an der Vorderkante oft gerissen. Kunststoffgeflecht wirkt gleichmäßig, glänzt künstlich und hat keine Knoten. Ein Blick unter den Sitz zeigt, wie das Geflecht befestigt ist. Auch Lehnen und Bänke können geflochtene Felder tragen.

Ein neu geflochtener Sitz mindert den Wert eines Bugholzsessels kaum, solange er fachgerecht ausgeführt ist; Kunststoffgeflecht oder eingesetzte Sperrholzplatten mindern ihn deutlich. Originales, intaktes Geflecht ist selten und wird geschätzt. Sesselflechter in Wien führen Reparaturen bis heute in Handarbeit aus.

So prüfen Sie es

  • achteckiges Muster mit offenen Feldern
  • Bohrlöcher bei Handgeflecht
  • Nut und Keil bei Rollengeflecht
  • gelblich nachgedunkelte Rohrstreifen
  • Kunststoffgeflecht ohne Knoten

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.