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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Carl Witzmann

Architekt, Innenarchitekt, Lehrer, 1883–1952, Wien – Wien

Hoffmann-Schüler und Professor für Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule; baute das Theater in der Josefstadt nach venezianischem Vorbild um.

Carl Witzmann, Sohn eines Gastwirts aus Erdberg, absolvierte eine Tischlerlehre und studierte 1900–1904 an der Kunstgewerbeschule bei Hermann Herdtle und Josef Hoffmann. Ab etwa 1901 arbeitete er als freier Architekt. 1908–1915 lehrte er an der Kunstgewerbeschule, 1919–1945 als Professor, zuletzt als Leiter der Fachklasse für Innenarchitektur und Möbelbau. Er gehörte dem Österreichischen und dem Deutschen Werkbund an. Nach 1938 entwarf er Ausstellungen und Theaterumbauten für Propagandazwecke. Witzmann starb 1952 in Wien.

Bekannt wurde er mit dem Umbau des Theaters in der Josefstadt nach dem Vorbild des Teatro La Fenice in Venedig, mit Spiegeln, rotem Samt und dem Kristallluster, der sich vor Vorstellungsbeginn hebt. Für die Wiener Werkstätte entwarf er Möbel, Teppiche und Lampen; Entwürfe führten auch Thonet, Backhausen und J. & L. Lobmeyr aus. Als Lehrer prägte er die Wiener Möbelgestaltung der Zwischenkriegszeit.

Bugholzmöbel nach Witzmann tragen die Stempel oder Papieretiketten der Hersteller; Modellnummern lassen sich in Firmenkatalogen nachschlagen. Textilien von Backhausen sind über Musternummern im Firmenarchiv zu identifizieren. Bei Objekten der Wiener Werkstätte ist die Zuschreibung an Witzmann anhand der Archivunterlagen im MAK zu prüfen, da mehrere Entwerfer ähnliche Formen verwendeten. Die Luster im Theater in der Josefstadt gehören zum Haus.

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