Manufaktur: Schreibgeräte & Raucherbedarf
Wiener Meerschaumschnitzer
Wien, 19. Jahrhundert
Sammeleintrag zur Wiener Meerschaumschnitzerei des 19. Jahrhunderts mit Pfeifenköpfen, Zigarrenspitzen und Etuis, oft mit Bernsteinmundstück.
Im 19. Jahrhundert war Wien ein Zentrum der Meerschaumverarbeitung. Der Rohstoff, das weiche Mineral Sepiolith, kam vor allem aus der Gegend von Eskişehir in Anatolien. Wiener Schnitzer fertigten daraus Pfeifenköpfe und Zigarrenspitzen, die mit Wachs behandelt wurden und sich beim Rauchen honigbraun färben. Die Werkstätten arbeiteten mit Etuimachern, Bernsteindrechslern und Silberschmieden für die Beschläge zusammen. Neben Wien waren Ruhla in Thüringen und Paris bedeutende Orte dieses Handwerks.
Gesucht sind figürlich geschnitzte Pfeifenköpfe mit Jagdszenen, Tieren, Porträts und Allegorien, Zigarren- und Zigarettenspitzen mit Figurengruppen, Pfeifen mit Silberdeckel und Bernsteinmundstück sowie Stücke im passenden, mit Samt ausgeschlagenen Lederetui. Darstellungen von Pferden, Hunden und Reiterszenen zählen zu den häufigen Motiven. Ein originales Etui mit Firmenaufdruck aus Wien erhöht die Zuordnungssicherheit; eine gleichmäßig eingerauchte Färbung gilt bei Sammlern als erwünscht. Auch Halbfabrikate und Rohblöcke tauchen in Werkstattnachlässen auf.
Echter Meerschaum ist leicht, fühlt sich warm an und nimmt Fett auf; Pressmeerschaum aus Abfällen ist schwerer, gleichmäßiger und zeigt im Bruch eine körnige Struktur. Wir prüfen Schnitztiefe, Bruchstellen und Ergänzungen. Mundstücke aus echtem Bernstein unterscheiden sich von Kunststoff und Pressbernstein durch Gewicht, Wärme und Einschlüsse. Elfenbeinteile an Pfeifen und Etuis unterliegen seit 2022 den EU-Handelsbeschränkungen; wir kaufen sie nur, wenn die gesetzlichen Ausnahmen und Nachweise vorliegen.
Wiener Meerschaumschnitzer verkaufen: in allen 23 Bezirken
Wir kommen zur Besichtigung in jeden Bezirk.
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