Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit

Stilrichtung, um 1919–1938

Wohnliche Wiener Moderne von Josef Frank, Oskar Strnad und Haus & Garten – gegen den Funktionalismus, mit der Werkbundsiedlung von 1932 als Manifest.

Nach 1918 suchten Wiener Architekten eine Moderne, die bequem, wandelbar und bürgerlich bleibt. Josef Frank und Oskar Wlach gründeten 1925 das Einrichtungshaus Haus & Garten, Oskar Strnad lehrte an der Kunstgewerbeschule. Der Österreichische Werkbund zeigte 1932 in Lainz die Werkbundsiedlung mit siebzig Häusern unter der Leitung Franks. Adolf Loos entwickelte den Raumplan. 1933/34 emigrierten Frank und andere, die Richtung brach mit 1938 ab.

Die Räume sind hell, unregelmäßig möbliert, mit Einzelmöbeln statt Garnituren. Typisch sind leichte Polstersessel, Rohrgeflecht, Mahagoni und Kirschholz, Kommoden auf schlanken Beinen, Stehlampen mit Stoffschirmen, große gemusterte Stoffe mit Blumen und Pflanzen. Loos verband edle Materialien wie Marmor und Mahagoni mit Einbaumöbeln. Messingarbeiten der Werkstätte Carl Auböck, Leuchten von J. T. Kalmar und Glas von Lobmeyr nach Oswald Haerdtl ergänzen die Ausstattung. Teppiche und Stoffe kombinieren Muster frei. Lampenschirme sind oft aus Seide oder Pergament.

Die Werkbundsiedlung in Hietzing umfasst Häuser von Frank, Loos, Hoffmann, Rietveld, Richard Neutra und Margarete Schütte-Lihotzky. Frank und Wlach bauten das Haus Beer in der Wenzgasse, Loos das Haus Moller in Währing. Ludwig Wittgenstein und Paul Engelmann errichteten das Haus Wittgenstein in der Kundmanngasse. Haus & Garten lag in der Innenstadt, die Werkstätte Auböck in der Bernardgasse. Im Handel sind Möbel, Leuchten, Stoffe und Messingobjekte dieser Wiener Werkstätten gefragt.

Möbel von Haus & Garten sind selten gemarkt; Zuschreibungen beruhen auf Entwurfszeichnungen, Katalogen und Provenienz. Frank-Stoffe werden seit seiner Stockholmer Zeit von Svenskt Tenn weiterproduziert und tragen Webkanten mit Firmenaufdruck. Auböck-Arbeiten haben eingeschlagene Werkstattmarken und Modellnummern, Kalmar-Leuchten Typenschilder; spätere Neuauflagen sind entsprechend bezeichnet. Kataloge und Fotos der Werkbundausstellung von 1932 helfen bei der Zuordnung.

Woran man es erkennt

  • Einzelmöbel statt Garnituren
  • leichte Polstersessel und Rohrgeflecht
  • großflächige Blumenstoffe
  • Stehlampen mit Stoffschirmen
  • Raumplan bei Loos
  • Mahagoni, Kirsche und Marmor
  • Messingobjekte mit Werkstattmarke
  • frei kombinierte Muster und Teppiche

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.