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Volkskunst & Krippen im 10. Bezirk, 1100 Wien

Böhmische Wurzeln: Volkskunst aus Favoriten

Die „Ziegelböhm“ vom Wienerberg, Vereinsleben auf Tschechisch und der Böhmische Prater am Laaer Berg: In Favoriten erzählt Volkskunst von Zuwanderung.

Arbeit in Ziegelöfen und Bahnwerkstätten lockte seit etwa 1850 Zuwanderer aus den böhmischen Ländern an den Wienerberg. Ihre Familien brachten Heiligenbilder, Hinterglasbilder, bemalte Bauerngläser und mitunter mährische Bauernkeramik mit, die über Generationen in Zinshaus- und Gemeindebauwohnungen hingen. Da Gemeindewohnungen oft an Kinder und Enkel übergehen, bleibt dieser Besitz beisammen. In Oberlaa und Unterlaa, den alten Dörfern im Süden, kommen Truhen, Krippen und bäuerlicher Hausrat hinzu.

Victor Adler machte 1888 mit einer Reportage über die „Ziegelböhm“ am Wienerberg deren Lebensbedingungen bekannt; bis weit ins 20. Jahrhundert hatte die tschechische Gemeinde hier eigene Schulen, Vereine und Gottesdienste, und am Laaer Berg vergnügte sie sich im Böhmischen Prater. Das älteste Bauwerk des Bezirks, die gotische Wegsäule Spinnerin am Kreuz, schuf Hans Puchsbaum 1452 an der Straße nach Süden – ein frühes Beispiel der Wegsäulen und Bildstöcke, die das Land bis heute prägen.

Heiligenbilder mit tschechischer Beschriftung, Wallfahrtsandenken aus Böhmen und bemalte Gläser bestimmen wir nach Region und Herstellungsart; Fotos samt Rückseite reichen zunächst. Kirchliche Objekte wie Votivtafeln kaufen wir nur aus nachweislichem Privatbesitz. In Siedlungshäusern am Laaer Berg und in Kleingartenhütten öffnen wir bei der kostenlosen Besichtigung auch Dachboden und Schuppen, wo Krippen oft in Kisten liegen.

Was in Favoriten häufig auftaucht

  • Heiligen- und Hinterglasbilder aus Böhmen – Familiengeschichte der Zuwanderung aus Böhmen und Mähren
  • Bemalte Bauerngläser und mährische Keramik – Erbstücke aus Arbeiterfamilien
  • Truhen und Krippen – alte Höfe in Oberlaa und Unterlaa

Mit Bezug zu Favoriten

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 10. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 10. Bezirk.

Künstler

4

Manufakturen & Marken

3

Epochen & Stile

7

Materialien, Techniken & Punzen

24

Fragen zu Volkskunst & Krippen

Wie erkenne ich eine alte Perchtenmaske?

Alte Masken zeigen innen Schweißspuren, abgegriffene Stellen und ausgerissene Befestigungslöcher, außen mehrere Farbschichten. Touristenmasken sind innen sauber, gleichmäßig geschnitzt und oft künstlich gealtert. Fotos der Innenseite sind daher wichtig.

Holen Sie große Möbel vom Dachboden?

Ja, die Abholung von Kästen, Truhen und Betten übernehmen wir auf Wunsch. Soll danach der ganze Dachboden geräumt werden, übernimmt das auf Wunsch unsere Schwesterseite.

Woran erkenne ich, dass ein Bauernkasten original bemalt ist?

An der Abnutzung: Originale Malerei ist an Griffstellen, Kanten und Schlössern abgerieben und im Inneren oft frischer. Neubemalungen wirken gleichmäßig und überdecken Wurmlöcher. Fotos von Front, Seiten, Innenseite und Rückwand zeigen das meist deutlich.

Kaufen Sie unvollständige Krippen?

Ja. Einzelne Figuren, Figurengruppen, leere Kastenkrippen und Zubehör wie Ställe, Hintergründe oder Tiere werden einzeln bewertet. Oft lassen sich Figuren mehrerer Jahrzehnte nach Herkunft trennen, was ihren Wert erst sichtbar macht.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.