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Material: Hölzer & Möbelbau

Ebonisierung

Schwarzfärbung heller Hölzer zur Nachahmung von Ebenholz, verbreitet im Biedermeier, im Historismus und bei Möbeln um 1900.

Ebonisieren bedeutet, ein helles, dichtes Holz wie Birnbaum, Ahorn oder Buche schwarz zu beizen oder zu lackieren, um Ebenholz nachzuahmen. Tischler des Biedermeier setzten ebonisierte Säulen, Kapitelle, Leisten und Einlagen als Kontrast zu Kirsch- und Nussflächen ein. Im Historismus entstanden ganze Möbel in Schwarz, oft mit Vergoldung oder Einlagen aus Bein. Um 1900 griffen Wiener Gestalter die schwarze Oberfläche wieder auf, etwa bei Sesseln aus schwarz gebeiztem Bugholz.

Ebonisiertes Holz zeigt an abgestoßenen Kanten, Kratzern und Bohrungen die helle Grundfarbe. Die Oberfläche ist gleichmäßig schwarz und lässt die Holzstruktur je nach Holzart erkennen. Echtes Ebenholz ist schwerer und auch im Inneren schwarz. Mit der Zeit kann eine Ebonisierung ins Bräunliche oder Rötliche umschlagen. Nachgeschwärzte Stellen wirken oft glänzender oder matter als die Umgebung. Bei Säulen und Leisten zeigen Abriebstellen an Kanten und Füßen die Holzart besonders deutlich.

Ebonisierte Teile gehören zum Bild vieler Biedermeier-Möbel und sollten erhalten bleiben. Abgegriffene Kanten sind normal, großflächig neu geschwärzte Oberflächen mindern den Wert. Ebonisierte Möbel des Historismus werden meist geringer eingestuft als Möbel aus echtem Ebenholz. Bei Möbeln um 1900 gehört die schwarze Oberfläche zum Entwurf und darf nicht entfernt werden.

So prüfen Sie es

  • helles Holz an Kanten und Kratzern
  • gleichmäßig schwarze Oberfläche
  • geringeres Gewicht als Ebenholz
  • bräunlicher Umschlag mit dem Alter
  • Kontrastteile an Biedermeier-Möbeln

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