Manufaktur: Silber & Metall
Puiforcat
Paris, seit 1820
Pariser Silberschmiede, 1820 gegründet; geometrisches Art-déco-Silber von Jean Puiforcat mit Griffen aus Holz, Bergkristall oder Elfenbein.
Die Pariser Silberschmiede Puiforcat geht auf das Jahr 1820 zurück und blieb über mehrere Generationen im Besitz der Familie. Bekannt wurde sie im 20. Jahrhundert durch Jean Puiforcat (1897–1945), Sohn des Silberschmieds und Sammlers Louis-Victor Puiforcat. Jean Puiforcat stellte auf der Pariser Ausstellung 1925 aus und gehörte 1930 zu den Gründungsmitgliedern der Union des Artistes Modernes. Seit den 1990er-Jahren gehört die Firma zur Hermès-Gruppe und fertigt weiterhin Silber und Besteck.
Jean Puiforcat entwarf Teeservice, Schalen, Terrinen, Leuchter und Besteck in strengen geometrischen Formen, die auf Kreis, Zylinder und Kugelsegment beruhen. Glatte, spiegelnd polierte Flächen kombinierte er mit Griffen und Knäufen aus Edelhölzern, Bergkristall, Lapislazuli oder Elfenbein. Daneben entstanden Kelche und liturgisches Gerät. Die Firma führte zudem Bestecke in traditionellen französischen Mustern und Tafelsilber nach Formen des 18. Jahrhunderts. Viele Stücke entstanden in kleiner Zahl.
Massivsilber trägt die französischen Feingehaltspunzen, ab 1838 den Minervakopf, und das Meisterzeichen in Rautenform, dazu den Schriftzug „Puiforcat“ oder „Jean Puiforcat“. Entwürfe Jean Puiforcats werden bis heute nachgefertigt; Punzen und Fertigungsdetails unterscheiden Stücke vor 1945 von späteren. Griffe aus Elfenbein unterliegen den EU-Handelsbeschränkungen seit 2022 (VO (EU) 2021/2280); ein Ankauf ist nur möglich, wenn die gesetzlichen Ausnahmen und Nachweise vorliegen.
Entwerfer & Personen
- Jean Puiforcat
- Louis-Victor Puiforcat
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