Manufaktur: Silber & Metall
Werkstätte Hagenauer
Wien, 1898–1987
Wiener Metallwerkstätte, 1898 von Carl Hagenauer gegründet; stilisierte Figuren aus Messing und Holz, Tiere, Spiegel und Gebrauchsgerät mit Marke wHw.
Der Gürtler Carl Hagenauer (1872–1928) gründete 1898 in Wien eine eigene Werkstätte, die zunächst Wiener Bronzen und Gebrauchsgerät aus Messing herstellte. Seine Söhne Karl und Franz Hagenauer übernahmen die künstlerische Leitung und prägten ab den 1920er-Jahren den Stil der Firma. Die Werkstätte arbeitete für Kunstgewerbegeschäfte im In- und Ausland und eröffnete ein eigenes Geschäft in Wien. Nach dem Tod von Franz Hagenauer 1986 wurde der Betrieb 1987 geschlossen. Hagenauer-Arbeiten sind ein eigenes Sammelgebiet des österreichischen Designs.
Bekannt sind stark stilisierte Figuren aus poliertem oder patiniertem Messing, oft kombiniert mit Holz: Tiere, Reiter, Musiker, Tänzerinnen, Sportler und Köpfe mit flachen, geometrischen Gesichtern. Franz Hagenauer schuf daneben Großplastiken und Porträtköpfe. Zum Programm gehörten Spiegel, Leuchter, Aschenbecher, Brieföffner, Schalen, Kerzenständer und Lampen. Die kleinen Tierfiguren, etwa Pferde, Hirsche, Katzen und Vögel, entstanden in großen Stückzahlen und vielen Varianten. Die Figuren wurden oft gegossen.
Die Arbeiten tragen meist die eingeschlagene Marke „wHw“ für Werkstätte Hagenauer Wien, oft im Kreis oder Rechteck, häufig dazu „Made in Austria“ oder „Hagenauer Wien“ und Monogramme wie „FH“ für Franz Hagenauer. Nachgüsse und Fälschungen mit nachträglich eingeschlagener Marke sind verbreitet; sie zeigen weichere Konturen, gröbere Oberflächen und abweichende Proportionen. Original-Patina und Politur sind wichtig; nachpolierte Stücke verlieren an Reiz.
Entwerfer & Personen
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