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Manufaktur: Silber & Metall

Orivit

Köln-Braunsfeld, um 1894 bis um 1905, danach bei WMF

Kölner Metallwarenfabrik der Jugendstilzeit; Gefäße aus Orivit-Metall, einer zinnhaltigen Legierung, mit pflanzlichen Reliefs und Glaseinsätzen.

Der Kölner Ferdinand Hubert Schmitz entwickelte in den 1890er-Jahren in seiner Bronzegießerei in Köln-Braunsfeld eine zinnhaltige Legierung, die unter dem Namen Orivit vermarktet wurde. Sie ließ sich gut gießen und polieren und erreichte einen silberähnlichen Glanz. Die Orivit AG hatte um 1900 mit Jugendstilgeräten großen Erfolg auf dem deutschen und internationalen Markt. Um 1905 übernahm die Württembergische Metallwarenfabrik WMF das Unternehmen und führte die Produktion in Geislingen fort.

Typisch sind Kannen, Krüge, Schalen, Jardinieren, Tabletts, Leuchter und Bowlengefäße mit plastischen Pflanzenmotiven, Seerosen, Mohnblumen und Ranken, oft mit Einsätzen oder Körpern aus grünem oder farblosem Glas, die in die Metallfassung eingepasst wurden. Daneben gab es Tafelgerät, Rauchgarnituren und Bilderrahmen. Viele Stücke sind versilbert, andere zeigen die polierte Legierung. Die Reliefs wurden nach dem Guss nachziseliert und poliert, was ihnen klare Konturen gibt.

Die Stücke tragen meist die eingeprägte Marke „Orivit“ mit einer Modellnummer, teils mit einer Krone. Nach der Übernahme durch WMF finden sich gemischte Kennzeichnungen. Orivit ist kein Silber und trägt daher keine Feingehaltspunzen. Glaseinsätze sind häufig beschädigt oder ersetzt; ein originaler Einsatz passt exakt in die Fassung. Abgegriffene Versilberung und Dellen an dünnen Stellen sind übliche Gebrauchsspuren. Gute Stücke zeigen scharfe Reliefs.

Entwerfer & Personen

  • Ferdinand Hubert Schmitz

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