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Material: Hölzer & Möbelbau

Wurzelnuss

Maserfurnier aus dem Wurzelbereich des Nussbaums, verwendet für Barockkommoden, Biedermeier-Sekretäre und Möbel des Art déco.

Wurzelnuss entsteht aus Wurzelstöcken und Knollen des Nussbaums, in denen die Fasern wirr verlaufen. Das ergibt ein lebhaft geflammtes, von Augen und Knoten durchsetztes Bild. Weil das Holz wenig stabil ist, wird es fast nur als Furnier verwendet. Kommoden des Wiener Barock mit Bandeinlagen, Biedermeier-Sekretäre, Schatullen und Uhrgehäuse tragen Wurzelnussfurnier; im Art déco erlebte es eine zweite Blüte bei Schlafzimmern, Bars und Salonmöbeln.

Typisch sind gestürzte Furniere: Zwei oder vier aufeinanderfolgende Blätter werden gespiegelt aufgelegt, sodass symmetrische Muster entstehen. Altes Wurzelfurnier zeigt feine Risse, Blasen und kleine Flickstellen. Unter der Lupe sind Poren und Faserverlauf sichtbar, während gedruckte Dekorfolien ein sich wiederholendes Muster und glatte, porenlose Oberflächen besitzen. An Kanten und Ausbrüchen erkennt man die Stärke des Furniers und das Blindholz darunter. Im Streiflicht changiert die Fläche stark.

Gut erhaltenes Wurzelfurnier hebt den Wert eines Möbels deutlich. Lose Stellen, Fehlstellen und stark abgeschliffene Flächen mindern ihn, weil die Restaurierung aufwendig ist. Möbel mit Folie oder Kunststofffurnier aus den 1960er- und 1970er-Jahren imitieren das Bild, haben aber kaum Sammlerwert.

So prüfen Sie es

  • wild geflammte Maserung mit Augen
  • gespiegelt gestürzte Furnierblätter
  • feine Risse und Flickstellen
  • Poren unter der Lupe
  • Wiederholungsmuster bei Dekorfolie

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.