Material: Hölzer & Möbelbau
Schwalbenschwanzverbindung
Eckverbindung mit trapezförmigen Zinken, deren Form und Regelmäßigkeit Hand- von Maschinenarbeit unterscheiden.
Die Schwalbenschwanzverbindung verbindet zwei Bretter über Eck durch ineinandergreifende, trapezförmige Zinken, die an einen Vogelschwanz erinnern. Sie hält ohne Nägel und dient seit Jahrhunderten für Schubladen, Truhen und Kastenkorpusse. Bis ins späte 19. Jahrhundert wurde sie von Hand mit Säge und Stemmeisen hergestellt. Danach übernahmen Zinkenfräsmaschinen die Arbeit in den Möbelfabriken, was zu völlig gleichmäßigen Verbindungen führte, die sich deutlich von der Handarbeit abheben.
Handgearbeitete Zinken sind unterschiedlich breit, oft mit schmalen Zapfen zwischen breiten Schwalben, und zeigen Anrisslinien, mit denen der Tischler die Tiefe markierte. Kleine Überschnitte der Säge sind sichtbar. Maschinelle Zinken sind gleich breit, regelmäßig verteilt und häufig halbrund ausgefräst. An Schubladen finden sich vorne meist halbverdeckte, hinten offene Zinken. Ein Blick in die geöffnete Lade genügt zur Einordnung. Bei Truhen sind die Zinken oft grob und breit.
Die Verbindung ist ein wichtiges Datierungsmerkmal. Ein angeblich barockes Möbel mit maschinell gefrästen Zinken ist entweder später entstanden oder stark überarbeitet. Ersetzte Schubladen in sonst alten Möbeln kommen vor und mindern den Wert. Alte Leimreste und Abnutzung an den Laufleisten stützen die Echtheit.
So prüfen Sie es
- unterschiedlich breite Zinken bei Handarbeit
- Anrisslinien und Sägeüberschnitte
- gleichmäßige, halbrunde Fräsungen bei Maschinenarbeit
- halbverdeckte Zinken an Ladenfronten
- Abnutzung an Laufleisten
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