Künstler: Design 20. Jh.
Franz Schuster
Architekt, Möbeldesigner, 1892–1972, Wien – Wien
Tessenow-Schüler und Architekt des Neuen Bauens; Siedlungen, Kindergärten und Schulen in Wien und Frankfurt, „Ein Möbelbuch“ (1929).
Franz Schuster studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Heinrich Tessenow, dem er 1919 als Assistent nach Hellerau folgte. 1927–1936 arbeitete er in Frankfurt, unter Ernst May an den Siedlungen Römerstadt und Westhausen, und leitete an der Städelschule die Fachklasse für Wohnungswesen. In Frankfurt entstand der nach ihm benannte „Schustertyp“ für Schulen. Ab 1937 leitete er die Architekturklasse der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, 1952–1957 die Forschungsstelle für Wohnen und Bauen. Er starb 1972.
In Wien baute Schuster die Eigenheimkolonie Am Wasserturm (1923/24), in der er selbst wohnte, den Karl-Volkert-Hof (1926/27), mit Franz Schacherl den Montessori-Kindergarten am Rudolfsplatz (1929–1931), den Sonderkindergarten Schweizer Spende (1948/49) und die Wohnhausanlage Am Schöpfwerk (1951–1957). Für kleine Wohnungen entwarf er zerlegbare, kombinierbare Möbel, darunter Modelle für das „Frankfurter Register“, und veröffentlichte 1929 „Ein Möbelbuch“. Die Kolonie Am Wasserturm umfasst 190 kleine zweigeschossige Häuser.
Schusters Möbel wurden in Serie und in einfachen Hölzern gefertigt; Herstellerangaben fehlen häufig. Zuordnungen gelingen über „Ein Möbelbuch“, über die Kataloge des Frankfurter Registers und über Abbildungen in „Das Neue Frankfurt“. Erstausgaben seiner Bücher sind im Antiquariat gefragt. Möbel aus Siedlungshäusern sind über die Herkunft aus einem bestimmten Bau zu belegen.
Epochen & Stile
Franz Schuster verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Favoriten
Eigenheimkolonie Am Wasserturm (1923/24) und Per-Albin-Hansson-Siedlung West (1947–1951).
Ottakring
Gemeindebau Karl-Volkert-Hof (1926/27).
Innere Stadt
Montessori-Kindergarten am Rudolfsplatz (1929–1931, mit Franz Schacherl).
Penzing
Sonderkindergarten Schweizer Spende (1948/49).
Meidling
Wohnhausanlage Am Schöpfwerk (1951–1957).
Brigittenau
Plante einen Teil des Otto-Haas-Hofs; entwarf später Typenmöbel für den sozialen Wohnbau.
Ebenfalls: Design 20. Jh.
- Felix Augenfeld1893–1984
- Erich Boltenstern1896–1991
- Paul Theodore Frankl1886–1958
- Wolfgang Hoffmann1900–1969
- Hans Hollein1934–2014
- Friedrich Kiesler1890–1965
- Gustav Peichl1928–2019
- Anna-Lülja Praun1906–2004
- Roland Rainer1910–2004
- Gerrit Rietveld1888–1964
- Karl Schwanzer1918–1975
- Gustav Siegel1880–1970
- Franz Singer1896–1954
- Johannes Spalt1920–2010
- August Thonet1829–1910
- Michael Thonet1796–1871
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