Material: Stein & Bildhauerei
Gips
Leichtes, weiches Abform- und Modelliermaterial; Arbeitsmodelle der Bildhauer, Abgüsse nach der Antike, Masken und Stuck.
Gips ist gebranntes, gemahlenes Calciumsulfat, das mit Wasser angerührt rasch erhärtet. Bildhauer nutzen ihn für Modelle, Abformungen und Abgüsse: Ein Tonmodell wird in Gips abgeformt, der Gipsabguss dient als Vorlage für den Bronzeguss oder für die Übertragung in Marmor mit der Punktiermaschine. Akademien und Universitäten legten im 19. Jahrhundert Abgusssammlungen nach antiken Skulpturen an.
Gipsobjekte reichen von Atelier- und Arbeitsmodellen bekannter Bildhauer über Lebend- und Totenmasken, etwa jene Beethovens, bis zu Büsten, Reliefs und Medaillons für den bürgerlichen Wohnraum. Häufig wurden Gipse bronziert, mit Schellack getönt oder mit Stearin getränkt, um Bronze, Elfenbein oder Terrakotta nachzuahmen. Stuck ist ein verwandter Gips- oder Kalkmörtel für Decken und Wände.
Gips ist leicht, weich und an Bruchstellen kreideweiß; der Fingernagel ritzt ihn. Nähte der Stückform, Rostflecken von Eiseneinlagen und abgeplatzte Tönung sind typisch. Für die Bewertung ist entscheidend, ob ein originales Arbeitsmodell aus dem Atelier oder ein späterer Abguss vorliegt; Gipsformereien wie jene der Berliner Museen kennzeichneten ihre Abgüsse mit Stempeln. Gips ist feuchtigkeitsempfindlich und zerbrechlich.
So prüfen Sie es
- geringes Gewicht
- kreideweiße Bruchstellen
- mit dem Fingernagel ritzbar
- Gussnähte der Stückform
- Rostflecken von Armierungen
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Ebenfalls: Stein & Bildhauerei
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