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Zweites Rokoko im 1. Bezirk, 1010 Wien

Zweites Rokoko in der Bankgasse: Palais Liechtenstein und Thonet

Das Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse, 1837–1847 neu ausgestattet, und die Kaiserappartements der Hofburg zeigen das Zweite Rokoko in Wien.

Das Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse erhielt 1837–1847 nach Plänen von Peter Hubert Desvignes eine neue Ausstattung, an der die Werkstatt Carl Leistler und Michael Thonet beteiligt waren. Thonet war 1842 auf Einladung Metternichs nach Wien gekommen; Parkett und Sitzmöbel für das Palais zählen zu seinen frühen Wiener Arbeiten. Auch die Kaiserappartements der Hofburg zeigen Räume im Zweiten Rokoko, mit weiß-goldenen Wandfeldern und Polstermöbeln. Der Stil hielt sich in Wien bis gegen 1870.

Möbel des Zweiten Rokoko erkennt man an geschwungenen Formen mit naturalistischen Blüten- und Blattschnitzereien, an Palisanderfurnier und an tief gepolsterten Garnituren. Im Unterschied zum Rokoko des 18. Jahrhunderts wirken sie schwerer und symmetrischer, teils mit maschinell vorgearbeiteten Teilen. Aus Altbauwohnungen der Inneren Stadt kommen Salongarnituren, Vitrinen, Spiegel und Luster dieses Stils. Thonets frühe Schichtholzmöbel aus der Zeit vor dem Bugholzsessel sind selten und eigens zu prüfen.

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